US-Plattformen wie Sitecore und Adobe Experience Manager halten weiterhin einen großen Marktanteil. Große Unternehmen stoßen jedoch zunehmend auf dieselben drei Herausforderungen: hohe und komplexe Kosten, starre Legacy-Frameworks oder reine Headless-Systeme, bei denen Marketing-Teams für die Veröffentlichung von Inhalten auf die Unterstützung durch Entwicklerinnen und Entwickler angewiesen sind. Neben diesen Abwägungen gewinnt auch die digitale Souveränität bei der Entscheidungsfindung zunehmend an Bedeutung. Laut der Worldwide Digital Sovereignty Survey 2025 von IDC stieg der Anteil europäischer Unternehmen, die eine souveräne Cloud nutzen, von rund 30 Prozent in den Jahren 2023 und 2024 auf 40 Prozent im Jahr 2025. Weitere 31 Prozent planen die Einführung einer souveränen Cloud.
Genau für dieses Spannungsfeld wurde CoreMedia entwickelt: als europäisch verwurzelte, composable Digital Experience Platform, die Content, Daten und Commerce auf globaler Ebene miteinander verbindet, ohne Unternehmen vor die Wahl zwischen digitaler Souveränität und einer praxistauglichen Software-Lösung zu stellen.
Was benötigen europäische Unternehmen tatsächlich von einem CMS?
Die Anforderungen an ein CMS verändern sich, sobald ein Unternehmen in mehreren europäischen Ländern und Sprachen tätig ist. Neben klassischem Content-Management wird eine Plattform benötigt, die nachweislich mit sprachlichen Varianten auf Länder-Ebene, den Anforderungen des europäischen Barrierefreiheitsrechts, einer DSGVO-konformen Datenverarbeitung und Anforderungen an die digitale Souveränität umgehen kann. Hinzu kommen die grundlegenden Enterprise-Funktionen, die große Unternehmen unabhängig von ihrem Standort benötigen.
Grundlegende Enterprise-Funktionen
- Multi-Site-Management über Marken, Länder und Geschäftsbereiche hinweg bei gleichzeitig zentraler Governance.
- Granulare Rollen und Berechtigungen mit Freigabe-Workflows, Workflow-Unterstützung, Versionshistorie und Audit-Trails.
- API-first-Ausspielung für Headless- oder hybride Content-Bereitstellung über Websites, mobile Apps, Kiosksysteme und weitere Kanäle.
- Hohe Verfügbarkeit mit Multi-Region-Deployment und freier Wahl des Infrastruktur-Modells.
Spezifische Anforderungen europäischer Unternehmen
- Mehrsprachige Inhalte mit Varianten auf Länder-Ebene, beispielsweise regionale Versionen und Workflows für DE-DE, DE-AT und CH-DE.
- Barrierefreiheit gemäß WCAG und EN 301 549.
- Digitale Souveränität und lokale Compliance durch Hosting in Europa, Private Cloud oder On-Premises-Betrieb, wenn sensible Daten dies erfordern.
- Konformität mit dem EU AI Act für KI-gestützte Inhalte und Personalisierung, einschließlich der Möglichkeit, ein europäisches LLM wie Mistral einzusetzen.
- DSGVO-konforme Datenverarbeitung.
Mehrsprachigkeit und Multi-Market-Unterstützung in Europa
Die sprachliche und regulatorische Vielfalt Europas macht Mehrsprachigkeit zu weit mehr als einer Funktion für Übersetzungsfelder. Die Verwaltung mehrerer Websites in mehr als 24 EU-Sprachen, jeweils mit landesspezifischen rechtlichen Anforderungen, unterscheidet leistungsfähige Enterprise-CMS von weniger umfassenden Lösungen. Bei der Bewertung sollten insbesondere folgende Funktionen berücksichtigt werden:
- Regeln für Sprach-Fallbacks: Wenn Inhalte beispielsweise nicht auf Luxemburgisch verfügbar sind, sollte sich konfigurieren lassen, ob automatisch auf Französisch oder Deutsch zurückgegriffen wird.
- Lokalisierte URLs und Navigation: Das CMS sollte verschiedene Strukturen unterstützen, beispielsweise Länderpfade (
/de/), Subdomains (de.brand.com) oder länderspezifische Top-Level-Domains (ccTLDs) wie (brand.de). - Varianten-Management: DE-DE, DE-AT und CH-DE können unterschiedliche rechtliche Hinweise, Preise oder regulatorische Informationen erfordern.
- Länder-spezifische Freigaben: Workflows sollten Inhalte automatisch an die jeweils zuständigen nationalen Compliance-Teams weiterleiten können.
- TMS-Integration: Schnittstellen zu Translation-Management-Systemen und externen Übersetzungs-Dienstleistern sollten unterstützt werden.
Warum europäische Unternehmen zunehmend US-Anbieter ablösen
Große europäische Unternehmen aus den Bereichen Finanzwesen, öffentlicher Sektor und Einzelhandel ersetzen zunehmend CMS-Lösungen von US-Anbietern. Die Gründe dafür sind mittlerweile konkreter und stärker durch operative sowie regulatorische Anforderungen geprägt. Besonders häufig werden folgende Herausforderungen genannt:
- DSGVO und aktive Durchsetzung: Die Europäische Kommission hat in ihrer Überprüfung von 2024 die transatlantische Datenübermittlung weiterhin kritisch betrachtet. US-amerikanische Anbieter sind davon aufgrund ihrer Unternehmensstruktur besonders betroffen.
- NIS2, seit Oktober 2024 verbindlich: Die Richtlinie stellt höhere Anforderungen an das Cybersecurity-Risikomanagement und an die Sicherheit von Lieferketten bei Anbietern digitaler Infrastrukturen.
- DORA, seit Januar 2025 in Kraft: Finanzunternehmen und ihre Technologie-Anbieter müssen strengere Anforderungen an die digitale operationale Resilienz erfüllen.
- Reichweite des US-Rechts: Nach Gesetzen wie dem CLOUD Act und vor dem Hintergrund des Schrems-II-Urteils können Daten, die bei einem US-amerikanischen Anbieter gespeichert sind, unter bestimmten Umständen dem Zugriff durch US-Behörden unterliegen, unabhängig davon, wo sich die Server befinden.
- Operative Abhängigkeit: Die starke Konzentration auf einen einzelnen US-Hyperscaler kann die Auswirkungen eines Ausfalls verstärken und die Möglichkeiten zur Reaktion auf Sicherheits- oder Betriebsvorfälle innerhalb der EU einschränken.
- Vendor-Lock-in: Eng integrierte US-Suites erhöhen die Wechselkosten und erschweren eine langfristig transparente Kostenplanung.
Der Wandel ist längst kein Nischen-Phänomen mehr. Der europäische Markt für Content-Management-Software erreichte 2025 ein Volumen von rund 11,57 Milliarden US-Dollar. Große Unternehmen bilden dabei einen wichtigen Marktanteil, da sie insbesondere Audit-Trails, zentrale Governance und umfangreiche Lokalisierungs-Funktionen benötigen. Anbieter wie Adobe Experience Manager, Adobe Commerce, Optimizely, Sitecore und Contentful sind weiterhin weit verbreitet. Gleichzeitig hat die digitale Souveränität die Beschaffung von CMS-Lösungen zunehmend zu einer strategischen Governance-Entscheidung auf Führungsebene gemacht.
Warum Sitecore und Adobe AEM für europäische Unternehmen an Grenzen stoßen
Sitecore und Adobe Experience Manager stoßen bei europäischen Unternehmen insbesondere in drei Bereichen an Grenzen: bei der Kostenstruktur, bei der architektonischen Flexibilität und bei der rechtlichen Zuständigkeit über die gespeicherten Daten.
- Adobe Experience Manager (AEM) entfaltet einen Großteil seines Mehrwerts innerhalb der Adobe-Suite, beispielsweise in Kombination mit Analytics und Commerce. Die Lösung läuft in der von Adobe verwalteten Cloud und ist im Premium-Segment positioniert.
- Sitecore hat auf ein composable SaaS-Modell umgestellt, das von XM Cloud geprägt ist. Das Headless-CMS umfasst mit Sitecore Pages einen visuellen Editor. Personalisierung, CDP und Commerce werden jedoch als separate Produkte lizenziert.
Der Engpass im Marketing
Sitecore und Adobe Experience Manager sind ursprünglich als monolithische Plattformen entstanden, bei denen Content-Management und Content-Ausspielung eng miteinander verbunden sind. Pure-Headless-Lösungen verfolgen den entgegengesetzten Ansatz. Beide Modelle hinterlassen bei Marketing-Teams jedoch eine Variante desselben Problems:
- Monolithische Suiten: Redakteurinnen und Redakteure behalten die visuelle Bearbeitung, globale Roll-outs sind jedoch langsam und viele Änderungen erfordern individuelle Entwicklungs-Arbeiten.
- Pure Headless: Entwicklerinnen und Entwickler können schnell arbeiten, während Redakteurinnen und Redakteure häufig auf visuelle Bearbeitung und Live-Vorschau verzichten müssen. Selbst alltägliche Anpassungen werden dadurch zu Entwicklungs-Tickets. Gleichzeitig setzt dieses Modell umfangreiche Entwicklungs-Ressourcen für laufende Updates und die Frontend-Wartung voraus.
Auch Plugin-basierte Plattformen wie WordPress VIP stoßen an ähnliche Grenzen, da Enterprise-Governance und Multi-Site-Steuerung häufig individuelle Entwicklungs-Arbeiten erfordern. Bei CoreMedia zeigt sich ein anderes Bild: Kundinnen und Kunden wie Henkel berichten, dass die technische System-Landschaft nicht mehr der limitierende Faktor ist und Teams Inhalte nahezu in Echtzeit über verschiedene Märkte hinweg veröffentlichen können, anstatt auf Entwicklerinnen und Entwickler warten zu müssen.
Total Cost of Ownership bei Enterprise-CMS-Plattformen
Die reine Lizenz-Kostenposition bildet die tatsächlichen Kosten nur unvollständig ab. Die Total Cost of Ownership umfasst auch Implementierung, Schulungen und laufende Wartung. Im späteren Projekt-Verlauf werden insbesondere folgende Kosten-Faktoren sichtbar:
- Separat lizenzierte Module: Personalisierung, Testing, CDP und Commerce werden separat bepreist. Jedes zusätzliche Modul erhöht die Kosten und verstärkt gleichzeitig die Abhängigkeit vom Anbieter.
- Verbrauchsbasierte Preis-Modelle: Gebühren, die an die Anzahl von API-Aufrufen gekoppelt sind, steigen mit dem Traffic und erschweren eine verlässliche Budget-Planung.
- Entwicklungs- und Wartungsaufwand: Bei Pure-Headless-Architekturen liegt ein größerer Teil der laufenden Wartung beim Entwicklungsteam, da Layout und Vorschau im Frontend-Code umgesetzt werden. Der Betrieb erfordert dadurch häufig zusätzliche technische Expertise.
- Implementierung und Schulungen: Der spezialisierte Aufwand für Einführung und Betrieb dieser Plattformen ist in ersten Kosten-Angeboten häufig nicht vollständig sichtbar.
- Compliance-Workarounds: Anforderungen an Hosting in der EU und an Auditierbarkeit können bei einer US-zentrierten Plattform zusätzliche Tools und rechtliche Prüfungen erforderlich machen.
Über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren können diese Faktoren auch zu Exit-Kosten werden. Je mehr zusätzliche Module und Abhängigkeiten von US-Cloud-Infrastrukturen hinzukommen, desto aufwendiger kann ein späterer Anbieter-Wechsel werden. Eine europäische, in der EU gehostete Plattform mit integrierten Funktionen ermöglicht es, sowohl die laufenden Kosten als auch die Optionen für einen späteren Wechsel besser zu kontrollieren.
Das Integrations-Dilemma
Die Ablösung einer Legacy-Plattform kann den laufenden Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen. Ein composable Ansatz ist deshalb häufig sinnvoller als ein vollständiger Austausch der bestehenden System-Landschaft. CoreMedia lässt sich über dedizierte Hubs mit bestehenden Commerce-, E-Commerce- und PIM-/ERP-Systemen verbinden, darunter SAP Commerce Cloud und Salesforce Commerce Cloud. Dadurch entstehen zwei Vorteile:
- Kontrolle für Entwicklerinnen und Entwickler: API-first-Ausspielung an beliebige Kanäle, ohne jede Layout-Anpassung individuell programmieren zu müssen.
- Autonomie für Marketing-Teams: Visuelles Editieren und Live-Vorschau, ohne für alltägliche Anpassungen ein Entwicklungs-Ticket erstellen zu müssen.
Das hybride Headless-Modell von CoreMedia verbindet damit die Vorteile einer API-first-Architektur mit einer redaktionellen Nutzererfahrung, ohne einen neuen Engpass für Marketing-Teams zu schaffen.
| CoreMedia | Sitecore | Adobe Experience Manager | |
| Hauptsitz/Zuständigkeitsbereich | Deutschland (EU) | Vereinigte Staaten | Vereinigte Staaten |
| Architektur | Hybrides Headless: serverseitiges Rendering und GraphQL-API | SaaS-Headless (XM Cloud) mit dem visuellen Editor Sitecore Pages | Full-Stack und Headless innerhalb der Adobe Experience Cloud (AEM as a Cloud Service) |
| Visuelles Editieren für Marketing-Teams | Integriertes WYSIWYG mit Omnichannel-Vorschau | Sitecore Pages (XM Cloud) | AEM-Authoring innerhalb der Adobe-Suite |
| Deployment | Managed Cloud in EU-Regionen, Private Cloud, On-Premises oder Hybrid | SaaS in der Cloud des Anbieters | Von Adobe verwaltete Cloud |
| Personalisierung und E-Commerce | Integrierte Personalisierung und A/B-Testing; Integration mit SAP Commerce und Salesforce Commerce | Als separate Produkte lizenziert, darunter Sitecore Personalize, CDP und OrderCloud | Über die Adobe-Suite (Adobe Target, Adobe Commerce) |
| Native Funktionen für Kunden-Interaktion | ILive-Chat, Click-to-Call, Video und cloudbasiertes Contact Center integriert | Nicht nativ integriert | Nicht nativ integriert |
Digitale Souveränität, Daten-Compliance und EU-Governance
Für europäische Unternehmen umfasst digitale Souveränität im Wesentlichen vier Fragen: Was bedeutet sie konkret, wie lässt sich Compliance nachweisen, wem gehören die Daten und wo dürfen sie rechtlich gespeichert und verarbeitet werden?
Was digitale Souveränität für Enterprise-Content bedeutet
Digitale Souveränität bedeutet, dass Inhalte und Kundendaten unter der rechtlichen Zuständigkeit und operativen Kontrolle der Region bleiben, in der ein Unternehmen tätig ist, anstatt durch einen Anbieter mit Sitz außerhalb Europas ausländischen Rechtsvorschriften ausgesetzt zu sein. Bei Enterprise-Content umfasst dies insbesondere den Speicherort der Daten, die Frage, welche staatlichen Stellen unter bestimmten Umständen Zugriff verlangen können, und wer die Infrastruktur kontrolliert, auf der die Daten verarbeitet werden.
Compliance und Zertifizierungen gemäß DSGVO und EU AI Act
CoreMedia erfüllt grundlegende EU-Compliance-Anforderungen, die regulierte Branchen dokumentieren müssen. Die Plattform ist DSGVO-ready und nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert. Damit steht eine belastbare Grundlage für Audit- und Compliance-Anforderungen zur Verfügung. Die DSGVO definiert grundlegende Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Der EU AI Act erweitert diese Anforderungen auf den Einsatz automatisierter und KI-gestützter Systeme. Bei einem Anbieter mit Sitz in der EU, dessen KI-Lösungen innerhalb des europäischen Rechtsrahmens betrieben werden, bleibt die rechtliche Zuständigkeit in Europa, ohne zusätzliche rechtliche Abhängigkeiten von US-Recht.
Datenhoheit und Kontrolle über das Deployment
Bei der Datenhoheit geht es insbesondere darum, ob Inhalte und Daten unabhängig vom Anbieter migriert werden können und ob sich der Speicher- und Verarbeitungsort flexibel bestimmen lässt, ohne dafür die gesamte System-Landschaft neu verhandeln zu müssen. Beim Deployment wird diese Kontrolle konkret: CoreMedia kann in einer Managed Cloud in EU-Regionen, einer Private Cloud, On-Premises oder als hybride Lösung betrieben werden. Dadurch lässt sich bestimmen, wo Inhalte und Kundendaten physisch gespeichert und verarbeitet werden, anstatt auf eine einzelne Anbieter-Cloud angewiesen zu sein. Europäische Alternativen legen häufig einen stärkeren Fokus auf Datenhoheit und flexible Governance statt auf eine enge Bindung an proprietäre US-Cloud-Infrastrukturen.
Warum der Speicherort für regulierte Branchen entscheidend ist
Die Nutzung von Rechenzentren außerhalb Europas kann für regulierte Branchen wie Finanzdienstleistungen, Versicherungen, öffentliche Einrichtungen und Telekommunikationsunternehmen ein konkretes Compliance-Risiko darstellen. Auch Daten, die in einer EU-Region gespeichert werden, können unter bestimmten Umständen US-amerikanischem Recht unterliegen, wenn der Anbieter seinen Hauptsitz in den USA hat, beispielsweise aufgrund des US CLOUD Act. Für Unternehmen ist daher nicht allein der physische Server-Standort relevant, sondern insbesondere die rechtliche Zuständigkeit.
Die europäischen Datenschutzvorgaben haben erhebliche Auswirkungen: Verstöße gegen die DSGVO können mit Geldbußen von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Europäische CMS-Alternativen im Vergleich: CoreMedia, TYPO3, Storyblok und Magnolia
Mehrere Enterprise-CMS-Anbieter haben ihren Hauptsitz in Europa. Sie sind jedoch nicht ohne Weiteres gleichwertige Alternativen.
- TYPO3 (Düsseldorf, Deutschland): Ein Open-Source-CMS mit umfangreichen Funktionen für mehrsprachige Inhalte, das insbesondere im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist. TYPO3 lässt sich auch im Enterprise-Umfeld einsetzen, setzt jedoch in hohem Maß auf interne Entwicklungs-Ressourcen oder Implementierungs-Partner. Zudem handelt es sich um ein CMS und nicht um eine vollständige DXP mit integrierter Personalisierung und Kunden-Interaktion.
- Storyblok (Linz, Österreich): Ein API-first Headless-CMS mit einer der stärksten Lösungen für visuelles Editieren in diesem Segment. Es eignet sich für mittelständische Unternehmen und Enterprise-Teams, die auf Headless umsteigen möchten. Die Plattform ist jedoch ausschließlich als SaaS-Lösung verfügbar und bietet keine On-Premises-Option. Native Funktionen für Kunden-Interaktion oder Contact Center sind ebenfalls nicht enthalten.
- Magnolia (Basel, Schweiz): Eine Java-basierte hybride DXP für Enterprise-Multi-Site- und Mehrsprachigkeits-Anforderungen, die in der Cloud oder On-Premises betrieben werden kann. Bei der rechtlichen Einordnung ist zu berücksichtigen, dass die Schweiz nicht zur EU gehört, jedoch über einen Angemessenheitsbeschluss der EU verfügt. Die Implementierung ist zudem stark Java-orientiert.
- CoreMedia (Hamburg, Deutschland): Eine Enterprise-DXP, die eine hybride Headless-Architektur mit integrierter Personalisierung und Kunden-Interaktion verbindet und in einer EU-Region, einer Private Cloud oder On-Premises betrieben werden kann. Für Unternehmen, die Adobe AEM oder Sitecore ersetzen möchten, bietet CoreMedia eine europäische Alternative, die den Funktionsumfang einer Enterprise-Plattform mit Datenhaltung und rechtlicher Zuständigkeit innerhalb der EU verbindet.
CoreMedia: Europäische Enterprise-CMS-Alternative zu Sitecore und Adobe AEM
CoreMedia ist eine europäische, composable Digital Experience Platform, die Content-Management, Personalisierung, Marketing-Automatisierung und Kunden-Interaktion miteinander verbindet. Die Plattform kann als Gesamtlösung oder schrittweise nach einzelnen Bereichen eingeführt und in EU-Regionen, einer Private Cloud oder On-Premises betrieben werden. Sie wurde für Unternehmen mit zahlreichen Marken und internationalen Märkten entwickelt und adressiert drei zentrale Herausforderungen, die bei US-amerikanischen Lösungen häufig bestehen:
- Offene Integrationen statt eines geschlossenen Ökosystems.
- Visuelles Editieren für Marketing-Teams statt einer rein entwicklerzentrierten Headless-Lösung.
- Daten unter EU-Recht statt einer möglichen rechtlichen Zuständigkeit in den USA.
Implementierung und Support erfolgen über europäische Implementierungs-Partner mit Kenntnissen der jeweiligen Märkte, Sprachen und Compliance-Anforderungen. Auch dieser Aspekt sollte bei der Planung einer Enterprise-Implementierung berücksichtigt werden. Eine zentrale Content-Organisation ermöglicht anschließend die Verwaltung von Regionen, Sprachen und Marken. Laut CoreMedia können Unternehmen Inhalte für das Web dadurch bis zu 75 Prozent schneller veröffentlichen.
Hybride Headless-Architektur: API-Ausspielung mit visuellem Editieren
Eine hybride Headless-Architektur unterstützt Entwicklerinnen und Entwickler sowie Marketing-Teams über ein gemeinsames Content-Repository:
- Entwicklerinnen und Entwickler erhalten eine API-first-Ausspielung und serverseitiges Rendering über einen GraphQL-Headless-Service für beliebige Frontends, mobile Apps und weitere Kanäle.
- Marketing-Teams erhalten visuelles Editieren mit WYSIWYG und Omnichannel-Vorschau, ohne für Layout-Anpassungen Code schreiben zu müssen.
- Beide Teams profitieren von CoreMedia KIO, dem integrierten KI-Copiloten, der mit dem gewünschten LLM betrieben werden kann, einschließlich eines europäischen Modells wie Mistral. Dadurch lässt sich die Verarbeitung von KI-Anwendungen innerhalb der jeweiligen rechtlichen Zuständigkeit halten.
Der finnische Rundfunkanbieter MTV verwaltet mehr als eine Million Artikel und arbeitet mit über 100 Journalistinnen und Journalisten über die Headless-API von CoreMedia. Dadurch können Inhalte mit der Geschwindigkeit eines modernen Newsrooms veröffentlicht werden.
Content-Workflows, Benutzer-Berechtigungen und geringerer Wartungsaufwand
Vereinfachte Workflows und ein geringerer Wartungsaufwand entstehen dadurch, dass nicht technische Teams das Tagesgeschäft selbstständig steuern können, während Governance-Mechanismen gleichzeitig festlegen, wer welche Aktionen durchführen darf:
- Drag-and-drop-Authoring: Content-Teams können Seiten ohne Unterstützung durch Entwicklerinnen und Entwickler erstellen und bearbeiten. Das reduziert den Aufwand auf beiden Seiten.
- Rollenbasierte Berechtigungen und Freigabe-Workflows: Rollenbasierte Benutzer-Berechtigungen, Zugriffskontrollen, Verschlüsselung und Freigabe-Prozesse definieren, wer Inhalte erstellen, bearbeiten und veröffentlichen darf. So können große Autorinnen- und Autoren-Teams über verschiedene Marken und Märkte hinweg effizient arbeiten, ohne die redaktionelle Kontrolle zu verlieren.
- Lokalisierungs- und Übersetzungs-Workflows: Mehrsprachige Inhalte lassen sich über verschiedene Märkte hinweg konsistent verwalten.
- Composable Integration: Bestehende PIM-, ERP- und Commerce-Systeme werden integriert, anstatt ihre Funktionen zu duplizieren. Das reduziert den langfristigen Wartungsaufwand.
B2B-Hersteller profitieren besonders davon, da sie kontinuierlich Änderungen über zahlreiche Produkte und Märkte hinweg verwalten müssen. Emerson, ein Hersteller industrieller Technologien, konsolidierte fünf separate Plattformen und mehr als 500.000 Produkte auf CoreMedia. Gleichzeitig wurde die Zahl der täglich aktiven Content-Autorinnen und -Autoren auf rund 50 reduziert, die Inhalte erstellen, verwalten und übersetzen.
Von Traffic zu Conversion mit Inspirational Commerce
Hoher Traffic bei gleichzeitig niedrigen Conversion-Raten entsteht häufig, wenn Content, Commerce und Marketing-Websites in getrennten Systemen verwaltet werden. CoreMedias Ansatz für Inspirational Commerce macht redaktionelle Inhalte direkt shoppable. Shoppable Images, Videos und eine kombinierte Content- und Commerce-Navigation verbinden Inspiration und Produktangebot und machen aus einem redaktionellen Beitrag oder Produkt-Guide einen direkten Kaufpfad.
Durch die Verbindung von CMS-Daten mit CRM-, Analytics- und Marketing-Systemen entsteht zudem eine durchgängige Sicht auf die Customer Journey über alle Touchpoints hinweg.
Die Schuh- und Bekleidungsgruppe Deckers entschied sich unter anderem aufgrund der Möglichkeit für CoreMedia, Inhalte und Produkte aus unterschiedlichen Repositories schnell in neue Customer Experiences zu integrieren. Das ist insbesondere für Enterprise-Teams relevant, die Conversion über mehrere Marken hinweg steigern möchten, ohne für jede Anpassung auf technische Unterstützung angewiesen zu sein.
Über das CMS hinaus: Content mit dem Contact Center verbinden
CoreMedia geht über klassisches CMS hinaus und verbindet digitale Erlebnisse direkt mit persönlicher Unterstützung. Dadurch können Besucherinnen und Besucher mit hoher Kaufabsicht genau in dem Moment unterstützt werden, in dem sie Hilfe benötigen, anstatt an ein separates Contact Center weitergeleitet zu werden. Vier Touchpoints können dabei innerhalb derselben Customer Journey eingesetzt werden:
- Live-Chat für Unterstützung in Echtzeit
- KI-Chatbots für wiederkehrende Fragen rund um die Uhr
- Click-to-Call, um interessierte Besucherinnen und Besucher direkt mit einem Live-Agent zu verbinden
- Video für hochwertige oder komplexe Verkaufsgespräche
Das Cloud-Contact-Center stellt Mitarbeitenden im Kundenservice das aktuelle Verhalten und die bisherige Historie der jeweiligen Besucherinnen und Besucher zur Verfügung. So kann die Unterstützung genau dann erfolgen, wenn ein Kaufprozess ins Stocken gerät, und Mitarbeitende verfügen bereits über den relevanten Kontext. Dadurch kann persönliche Kundenbetreuung von einem reinen Kostenfaktor zu einem direkten Conversion-Hebel werden.
TIM Ultrafibra, ein brasilianischer Breitband-Anbieter, hat Live-Chat, Click-to-Call, KI-Chatbot und Messaging auf CoreMedia zusammengeführt. Nach Angaben von CoreMedia wurde dabei eine Steigerung der Conversion-Raten um 209 Prozent sowie eine Reduzierung der Customer-Acquisition-Costs um 53 Prozent bei nahezu 200 Millionen monatlichen Nutzerinnen und Nutzern erzielt.
Wo europäische Unternehmen ein hybrides Headless-CMS einsetzen
Europäische Unternehmen nutzen ein zentrales hybrides Headless-CMS für unterschiedlichste Anwendungs-Szenarien:
- Multi-Brand- und Multi-Site-Management: Zentrale Verwaltung von Marken, Websites, Regionen und Sprachen über eine gemeinsame Plattform.
- Händler- und Distributoren-Portale: Portale für Händlerinnen, Händler und Vertriebspartner in Produktions- und Automotive-Netzwerken.
- Investor-Relations-Websites und sichere Kunden-Portale: Digitale Angebote für Investorinnen und Investoren sowie geschützte Kunden-Portale im Finanzdienstleistungs-Sektor.
- Bürger-Portale und öffentliche Informations-Angebote: Mehrsprachige Informations- und Service-Portale für Behörden und öffentliche Institutionen.
- Self-Service- und Click-to-Call-Vertriebsprozesse: Digitale Self-Service-Angebote und direkte Kontakt-Möglichkeiten für Telekommunikations-Unternehmen.
- Produkt-Kataloge, Microsites und Kampagnen-Landing-Pages: Commerce-nahe Produkt-Kataloge und digitale Kampagnen-Erlebnisse auf einer zentralen Plattform.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Warum sollten europäische Unternehmen ein europäisches CMS einem US-amerikanischen Anbieter vorziehen?
Europäische Unternehmen entscheiden sich für ein europäisches CMS, um Content und Kundendaten unter europäischer Rechtshoheit zu halten, strengere EU-Anforderungen an die Daten-Compliance gemäß DSGVO und EU AI Act zu erfüllen und die Abhängigkeit von US-amerikanischen Anbietern zu reduzieren. Ein CMS eines US-amerikanischen Anbieters kann dies nicht vollständig gewährleisten, da die Muttergesellschaft weiterhin US-amerikanischem Recht, beispielsweise dem CLOUD Act, unterliegt, selbst wenn die Daten in einer EU-Region gespeichert werden.
Ist CoreMedia eine gute Alternative zu Sitecore oder Adobe Experience Manager?
CoreMedia ist eine geeignete Alternative zu Sitecore und Adobe Experience Manager für Unternehmen, die Wert auf europäische Datenhaltung, hybride Headless-Flexibilität und integrierte Kunden-Interaktion legen. Während Sitecore Personalisierung und Commerce als separate Produkte lizenziert und Adobe Experience Manager einen Großteil seines Mehrwerts innerhalb der Adobe-Suite entfaltet, bietet CoreMedia integrierte Funktionen für Personalisierung und Testing und lässt sich gleichzeitig in bestehende Commerce-Systeme integrieren.
Kann CoreMedia in bestehende US-amerikanische Commerce-Plattformen wie Salesforce integriert werden?
Ja. Die composable Architektur von CoreMedia lässt sich über dedizierte Hubs mit Salesforce Commerce Cloud integrieren. Bestehende Systeme können dadurch angebunden werden, ohne die gesamte System-Landschaft auf einmal ersetzen zu müssen.
Welches Enterprise-CMS eignet sich am besten für DSGVO-Compliance und digitale Souveränität?
Für DSGVO-Compliance und digitale Souveränität ist ein Enterprise-CMS besonders geeignet, wenn es Hosting in EU-Regionen, anerkannte Zertifizierungen und eine europäische Betriebsgesellschaft bietet. So richtet sich die rechtliche Zuständigkeit nach dem Anbieter und nicht allein nach dem physischen Server-Standort. CoreMedia ist DSGVO-ready, nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert, unterstützt EU-Datenhaltung und kann in der Cloud, Private Cloud oder On-Premises betrieben werden. Damit wird digitale Souveränität zu einer konfigurierbaren Entscheidung statt zu einer Vorgabe des Anbieters.
Erfordert der Wechsel von Sitecore oder Adobe zu einem europäischen CMS eine vollständige Neu-Plattformierung?
Nein. Der Wechsel von Sitecore oder Adobe zu einem europäischen CMS muss nicht mit einer vollständigen Neu-Plattformierung verbunden sein. Eine composable Plattform lässt sich in bestehende Commerce-, PIM- und ERP-Systeme integrieren, sodass eine schrittweise Migration möglich ist, anstatt die gesamte System-Landschaft auf einmal zu ersetzen. CoreMedia lässt sich beispielsweise über dedizierte Hubs mit SAP Commerce Cloud und Salesforce Commerce Cloud verbinden. Dadurch wird die Migration zu einem schrittweisen Übergang anstatt zu einem einmaligen, risikoreichen Cutover.
Wie lässt sich Vendor-Lock-in bei der Auswahl eines Enterprise-CMS vermeiden?
Um Vendor-Lock-in zu vermeiden, sollte ein composable und API-first aufgebautes Enterprise-CMS gewählt werden. Dadurch lassen sich einzelne Komponenten austauschen, ohne die gesamte System-Landschaft zu beeinträchtigen. Zudem sollte geprüft werden, ob Inhalte und Daten exportiert und Hosting-Regionen gewechselt werden können, ohne den gesamten Vertrag neu verhandeln zu müssen. Eng gekoppelte Suite-Modelle, die Content-Management, Personalisierung und Commerce miteinander verbinden, erschweren den Austausch einzelner Komponenten. CoreMedia integriert native Funktionen für Personalisierung und Testing mit Best-of-Breed-Systemen für Commerce und Daten. Dadurch entsteht keine Abhängigkeit von einem einzigen geschlossenen Ökosystem.
Ist ein Open-Source-CMS eine gute Enterprise-Lösung für regulierte Branchen?
Ein Open-Source-CMS kann eine geeignete Lösung sein, wenn ein starkes internes Entwicklungs-Team für Betrieb und Weiterentwicklung zur Verfügung steht. In regulierten Branchen kann ein kommerziell unterstütztes Enterprise-CMS jedoch geringere Risiken mit sich bringen, da ein klarer Anbieter für Sicherheit, Compliance und Verfügbarkeit verantwortlich ist.
Open-Source-Lösungen verursachen zwar keine klassischen Lizenz-Kosten, der Aufwand verlagert sich jedoch auf andere Bereiche. Dazu gehören Security-Patches, Governance, Integrationen und die langfristige Wartung. Zudem besteht ohne kommerziellen Anbieter in der Regel kein entsprechendes Service-Level-Agreement. Der Einkauf von professionellem Support kann diese zusätzlichen Kosten wieder erhöhen.
CoreMedia bietet die von Unternehmen an Open Source geschätzte Kontrolle über das Deployment, beispielsweise On-Premises oder in einer Private Cloud. Gleichzeitig stehen dedizierter Support, integrierte Governance-Funktionen sowie ein klarer Verantwortungsrahmen für Sicherheit und Stabilität zur Verfügung. Für Banken, Versicherungen und Telekommunikations-Unternehmen kann diese Kombination aus Kontrolle über die eigene Infrastruktur und klarer Anbieter-Verantwortung daher gegenüber einer reinen Open-Source-Lösung besonders attraktiv sein.
Die Entscheidung
Bei der Auswahl eines europäischen CMS geht es für Enterprise-Unternehmen längst nicht mehr darum, Sitecore oder Adobe Experience Manager in jeder einzelnen Funktion nachzubilden. Entscheidend sind vielmehr die Kontrolle über die eigenen Daten, die rechtliche Zuständigkeit, die Produktivität der Content-Teams und leistungsfähige Integrations-Möglichkeiten. Gleichzeitig sollte die Plattform dabei helfen, die Lücke zwischen dem Traffic, den Inhalte generieren, und dem Umsatz, den sie tatsächlich erzielen können, zu schließen.
Weitere Details finden sich auf unseren Sitecore- und Adobe Experience Manager-Seiten. Eine Demo zeigt, wie hybride Headless-Architektur, EU-Hosting und integrierte Kunden-Interaktion als Enterprise-Funktionen zusammenspielen.