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Sitecore vs. CoreMedia: Der ultimative Vergleich von Enterprise-DXPs

Sitecore und CoreMedia sind beide Enterprise-DXPs mit Headless-Auslieferung, KI-Funktionen und Personalisierung. Für standardmäßige Content-Operations sind beide Plattformen vergleichbar. Die entscheidenden Unterschiede liegen in der Architektur.

Sitecore hat seine DXP durch Akquisitionen aufgebaut. Daher werden separate Produkte lizenziert und integriert, um als eine gemeinsame Plattform zu funktionieren. CoreMedia hingegen hat seine Funktionen als ein einheitliches System entwickelt und integriert nativ eine Human-Engagement-Ebene mit Live-Chat, Click-to-Call, Video, Cloud-Contact-Center-Funktionen und weiteren Interaktionsmöglichkeiten. Sitecore fokussiert seine Engagement-Funktionen auf Marketing und bietet diese Ebene nicht nativ integriert an.

Auch bei der Bereitstellung gibt es Unterschiede: Sitecore XM Cloud ist ausschließlich als SaaS-Lösung auf Microsoft Azure verfügbar, während CoreMedia eine Single-Tenant-Managed-Cloud, Private-Cloud- und On-Premises-Bereitstellungen unterstützt. Dies ist insbesondere relevant, wenn Anforderungen an Datensouveränität oder Infrastrukturkontrolle bestehen.

Dieser Vergleich stellt Sitecore und CoreMedia in den Bereichen Architektur, Content, Commerce, Personalisierung, KI, Sicherheit und Kosten gegenüber und unterstützt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dabei, die passende Plattform für ihre Anforderungen zu bewerten.

Bereitstellung von Content-API-Inhalten über alle Kanäle hinweg
Wichtigste Erkenntnisse

Beide Plattformen setzen auf eine Composable-Architektur, unterscheiden sich jedoch in ihrer Basis: Sitecores DXP besteht aus einem Portfolio separat erworbener und separat lizenzierter Produkte, während die Funktionen von CoreMedia nativ integriert sind und gleichzeitig auch unabhängig bereitgestellt werden können.

Sitecore überzeugt mit einer leistungsstarken eigenständigen Kundendaten- und Personalisierungsplattform, einer First Party Commerce-Lösung mit OrderCloud, einem sehr großen Entwickler-Ökosystem sowie einer einfach nutzbaren SaaS-Lösung auf Microsoft Azure.

 

 

CoreMedia überzeugt mit nativ integrierten Funktionen wie Personalisierung und Experimenten, nativer menschlich unterstützter Interaktion, flexiblen Bereitstellungsmodellen einschließlich On Premises und EU-Datenspeicherung sowie einem Concurrent-User-Preismodell.

CoreMedia integriert nativ eine Human-Engagement-Ebene mit Live-Chat, Bots, Click-to-Call, Video-Kommunikation und Cloud-Contact-Center-Funktionen, die mit derselben Plattform verbunden ist, über die auch Content verwaltet wird. Sitecores Portfolio bietet diese Ebene nicht nativ. Gerade bei hochwertigen und beratungsintensiven Customer Journeys zeigt sich hier der größte Unterschied zwischen den beiden Plattformen.

Die beste Wahl hängt von drei zentralen Fragen ab: Wie viel Frontend-Entwicklung intern verantwortet wird, ob Kontrolle über das Bereitstellungsmodell erforderlich ist, beispielsweise durch eine Single-Tenant-Managed-Cloud, Private-Cloud oder On-Premises-Bereitstellung, und ob menschlich unterstützte Interaktionen ein zentraler Bestandteil der Conversion-Strategie sind.

Omnichannel-CMS – Allgemein

Der Wandel im Enterprise-DXP-Markt

Digitale Enterprise-Experiences haben sich deutlich von monolithischen Suiten hin zu composable, API-first-Architekturen entwickelt. Der von Gartner prognostizierte Wandel, wonach bis 2026 mindestens 70 Prozent der Unternehmen auf eine Composable-DXP-Strategie setzen würden, gegenüber 50 Prozent im Jahr 2023, ist inzwischen weitgehend Realität geworden. In der Studie The Forrester Wave: Digital Experience Platforms, Q4 2025 beschreibt Forrester, dass sich die nächste Entwicklungsstufe nicht mehr allein auf Composability konzentriert, sondern darauf, wie intelligent eine Plattform Content, Daten und KI zur Erreichung konkreter Geschäftsergebnisse orchestriert.

Die zentrale Frage hat sich von „Wie veröffentlichen wir Content?“ zu „Wie orchestrieren wir Content, Commerce und Kundendaten über alle Touchpoints hinweg und skalieren diese Prozesse?“ verschoben. Unternehmen möchten dies erreichen, ohne dafür einen vollständigen Replatforming-Zyklus durchlaufen zu müssen.

Gefragt sind hybride, cloudbasierte Bereitstellungsmodelle, die Entwicklungsteams API-first-Flexibilität bieten und Marketing-Teams ermöglichen, Änderungen eigenständig umzusetzen, ohne auf die Unterstützung der IT warten zu müssen. Sowohl Sitecore als auch CoreMedia haben ihre Plattformen in diese Richtung weiterentwickelt und positionieren sich als Composable-DXP-Lösungen mit Hybrid-Headless-Architektur.

Die Unterschiede liegen darin, welche Funktionen nativ integriert sind, welche Bereitstellungsmodelle unterstützt werden und welche zusätzlichen Möglichkeiten über Content-Management und Marketing-Personalisierung hinaus angeboten werden.

CoreMedia-Überblick: Die Composable Hybrid-Headless-DXP

CoreMedia ist eine Composable-Digital-Experience-Plattform, die in zwei zentrale Produktbereiche gegliedert ist: das CoreMedia Content Management System für Content mit nativer Personalisierung und Experimentierfunktionen sowie die CoreMedia Customer Engagement Platform für Marketing-Automatisierung und menschlich unterstützte Interaktionen. CoreMedia KIO, der integrierte KI-Copilot der Plattform, unterstützt Content- und Workflow-Aufgaben in beiden Bereichen.

CoreMedia basiert auf einer Hybrid-Headless-Architektur. Entwicklungsteams erhalten eine API-first-Headless-Auslieferung für beliebige Frontends, während Marketing-Teams mit einem visuellen WYSIWYG-Editor Inhalte erstellen, prüfen und veröffentlichen können, ohne für alltägliche Änderungen auf die IT angewiesen zu sein. Inhalte werden aus wiederverwendbaren Content-Bausteinen aufgebaut, die einmal erstellt und anschließend über Websites, Apps und weitere Kanäle hinweg eingesetzt werden können.

Die Plattform richtet sich an komplexe, global agierende Organisationen mit mehreren Regionen, Sprachen und Marken. Zu den Kernbranchen zählen die industrielle Fertigung im B2B-Bereich, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, öffentliche Dienstleistungen und Telekommunikation. Auch im Endkundengeschäft, beispielsweise im Luxus-Retail und im Reisebereich, kommt CoreMedia zum Einsatz. CoreMedia fügt sich in bestehende Enterprise-Systemlandschaften ein und integriert sich beispielsweise mit SAP Commerce Cloud und Salesforce, ohne eine vollständige Ablösung bestehender Systeme zu erfordern. Die Plattform ermöglicht nach eigenen Angaben eine bis zu 75 Prozent schnellere Time-to-Web.

Composable DXP
Customer-Data-Plattform (CDP)

Sitecore im Überblick: Eine etablierte DXP-Lösung für Unternehmen im Wandel

Sitecore ist eine langjährig etablierte Enterprise-DXP, die sich von einer ursprünglich monolithischen Suite zu einem Composable- und SaaS-nativen Plattformmodell weiterentwickelt. Das Content-Management basiert auf XM Cloud, einem cloudnativen, Headless-CMS mit visuellem Page Builder und modernen Frontend-Tools. Ergänzt wird die Plattform durch ein Portfolio separat lizenzierter Produkte wie Content Hub, Sitecore Personalize und CDP, Send, Search sowie die OrderCloud-Commerce-Engine. Ende 2025 führte Sitecore mit SitecoreAI eine KI-orientierte Ebene mit agentischen Funktionen ein.

Die Stärken von Sitecore liegen klar auf der Hand. Die Plattform bietet leistungsstarke und ausgereifte Personalisierung, eine eigenständige Customer-Data-Plattform mit Echtzeit-Entscheidungen, eine integrierte Marketing-Suite, native Commerce-Funktionen mit OrderCloud sowie eines der größten Entwickler- und Partner-Ökosysteme in diesem Marktsegment. In führenden Analystenbewertungen wird Sitecore regelmäßig als Leader eingestuft.

Die Herausforderungen ergeben sich aus der historischen Entwicklung der Plattform. Unternehmen, die weiterhin auf älteren Sitecore-XP- oder XM-Versionen basieren, müssen für den Umstieg auf XM Cloud eine Migration mit entsprechendem Planungsaufwand und Kosten einplanen. Traditionelle Setups sind zudem häufig mit komplexeren Upgrades, einer längeren Time-to-Market und einer stärkeren Abhängigkeit von Entwicklungsteams verbunden. Bei der Bewertung gilt es daher, die Funktionsbreite des Portfolios gegen den Aufwand für den Betrieb mehrerer separat lizenzierter Produkte abzuwägen.

Feature-für-Feature-Vergleich

Content-Erstellung

CoreMedia: Hybrid-Headless-Architektur mit WYSIWYG-Bearbeitung und wiederverwendbaren Content-Bausteinen.

Sitecore: XM Cloud mit Hybrid-Headless-Architektur und visuellem Page Builder.

Beste Wahl: Vergleichbar, da beide Plattformen eine Hybrid-Headless-Architektur unterstützen.

 

Architektur und Composability

CoreMedia: Nativ integrierte DXP mit vier zentralen Säulen, die aufeinander abgestimmt sind, unabhängig bereitgestellt werden können und über umfassende Integrationen mit Drittanbieter-Tools verfügen.

Sitecore: Composable Portfolio aus separat lizenzierten Produkten, das durch Akquisitionen entstanden ist, während Sitecore sich von seinen monolithischen .NET-Ursprüngen weiterentwickelt hat. Die Flexibilität ergibt sich aus der Lizenzierung, während die Integration zwischen den einzelnen Produkten zusätzlichen Aufwand erfordert.

Beste Wahl: CoreMedia für eine nativ integrierte Plattform ohne die Notwendigkeit, verschiedene Systemkomponenten selbst zusammenzustellen. Sitecore für Unternehmen mit einer Azure-first-Strategie oder wenn bereits umfassende Expertise durch Systemintegrationspartner vorhanden ist.

Personalisierung und Kundendaten

CoreMedia: Native Personalisierung und A/B-Tests direkt in der Plattform.

Sitecore: Sitecore Personalize in Kombination mit einer Customer Data Platform für umfassende Echtzeit-Entscheidungen.

Beste Wahl: Sitecore für eine eigenständige Customer Data Platform mit hoher Funktionstiefe, CoreMedia für eine einfach nutzbare, nativ integrierte Lösung.

Commerce

CoreMedia: Umfangreiche Out-of-the-Box-Integrationen mit SAP Commerce Cloud, commercetools, Shopify und Salesforce Commerce Cloud.

Sitecore: Native OrderCloud-Commerce-Engine sowie verschiedene Konnektoren.

Beste Wahl: Sitecore, wenn CMS und Commerce gemeinsam von einem Anbieter ausgewählt werden sollen. CoreMedia, wenn die Commerce-Plattform bereits etabliert ist.

 

KI und Automatisierung

CoreMedia: CoreMedia KIO unterstützt die Content-Erstellung, Orchestrierung, Personalisierung sowie die Live-Agent-Unterstützung. Der KI-Einsatz erfolgt governance-konform, da jede Aktion vor der Veröffentlichung oder Ausführung eine Freigabe durch Mitarbeitende erfordert. Dank des modellunabhängigen Ansatzes besteht keine Bindung an einen einzelnen LLM-Anbieter.

Sitecore: SitecoreAI und Sitecore Stream mit agentischen KI-Funktionen.

Beste Wahl: CoreMedia für governance-konforme KI entlang der gesamten Customer Journey. Sitecore für autonome Workflows, wenn Governance-Anforderungen eine geringere Priorität haben.

Menschlich unterstützte Interaktionen

CoreMedia: Native Unterstützung für Live-Chat, Chat- und Voice-Bots, Click-to-Call, Video-Kommunikation sowie Cloud-Contact-Center-Funktionen.

Sitecore: Nicht Bestandteil des nativen Portfolios.

Beste Wahl: CoreMedia.

Bereitstellung und EU-Datenspeicherung

CoreMedia: Single-Tenant-Managed-Cloud, Private-Cloud oder On-Premises-Bereitstellung.

Sitecore: XM Cloud als SaaS-Lösung auf Microsoft Azure.

Beste Wahl: CoreMedia für maximale Flexibilität bei der Bereitstellung und Kontrolle über Daten. Sitecore für eine einfache SaaS-Bereitstellung.

Sicherheit und Compliance

CoreMedia: ISO/IEC 27001:2022-zertifiziert, GDPR-ready und mit Hosting-Optionen innerhalb der EU.

Sitecore: Enterprise-Sicherheit auf Microsoft Azure mit umfangreichen Zertifizierungen.

Beste Wahl: Vergleichbar, mit Vorteilen für CoreMedia bei Anforderungen an die EU-Datenspeicherung.

 

Lizenzierung

CoreMedia: Concurrent-User-Preismodell.

Sitecore: Produktbasierte Lizenzierung über den gesamten Technologie-Stack hinweg.

Beste Wahl: Abhängig von Teamgröße und Anzahl der eingesetzten Produkte.

Ökosystem und Community

CoreMedia: Etabliertes Enterprise-Partner-Netzwerk mit starker Präsenz in Deutschland, Großbritannien und ganz Mitteleuropa. Besondere Expertise besteht in regulierten Branchen sowie im öffentlichen Sektor.

Sitecore: Sehr große globale Entwickler-Community.

Beste Wahl: Sitecore, wenn eine bestehende globale Systemintegrations-Partnerschaft die Plattformauswahl maßgeblich beeinflusst. CoreMedia, wenn europäische Partnerkompetenz, Erfahrung in regulierten Branchen oder die Umsetzung im öffentlichen Sektor im Fokus stehen.

Time-to-Market

CoreMedia: Bis zu 75 Prozent schnellere Time-to-Web (Angabe von CoreMedia); phasenweise Migration.

Sitecore: Schnelle Bereitstellung mit XM Cloud als SaaS-Lösung; Migrationen von Legacy-Systemen können zusätzlichen Zeitaufwand verursachen.

Beste Wahl: CoreMedia (Angabe zur Time-to-Web basiert auf CoreMedia).

Vergleich von CoreMedia und Sitecore anhand der wichtigsten Entscheidungskriterien

Beide Plattformen bieten Marketing-Teams einen visuellen Editor auf Basis eines Headless-Cores: CoreMedia mit einer WYSIWYG-Umgebung und Sitecore mit Sitecore Pages in XM Cloud. CoreMedia setzt auf wiederverwendbare Content-Bausteine, die über Websites, Apps und weitere Kanäle hinweg eingesetzt werden können. Dies eignet sich besonders für zentrale Teams, die zahlreiche Kanäle, Marken und Regionen verwalten. Die entscheidende Frage ist, wie viel Frontend-Entwicklung im Unternehmen selbst verantwortet werden soll. Die tägliche Content-Erstellung ist bei beiden Plattformen vergleichbar. Der wesentliche Unterschied liegt darin, welchen Umfang an Frontend-Entwicklung und individueller Umsetzung die jeweilige Plattform vom Team erwartet.

Sitecore bietet mit OrderCloud eine eigene First-Party-Commerce-Engine sowie ausgereifte Echtzeit-Personalisierung über Sitecore Personalize und die separat lizenzierten CDP-Funktionen. CoreMedia integriert sich mit führenden Commerce-Plattformen wie SAP Commerce Cloud und Salesforce Commerce Cloud und bietet native Personalisierung sowie A/B-Tests. Der Fokus liegt darauf, redaktionelle Inhalte direkt mit Commerce-Funktionen zu verknüpfen und Shoppable Experiences zu ermöglichen. Für Unternehmen mit einer bestehenden Customer-Data-Plattform bietet CoreMedia grundlegende CDP-Funktionen oder Integrationen mit der bevorzugten CDP-Lösung. Der entscheidende Unterschied: Sitecore bietet eine eigene Commerce-Engine, die Unternehmen selbst nutzen und betreiben können. CoreMedia baut auf der bereits eingesetzten Commerce-Plattform auf und erweitert diese um leistungsfähige Content- und Experience-Funktionen.

Hier unterscheiden sich die Plattformen am deutlichsten. Genau dieser Bereich erklärt, warum das Problem „viel Traffic, aber zu wenig Conversions“ nach der Einführung einer DXP häufig weiterhin besteht. Beide Plattformen ermöglichen Personalisierung von Content und Marketing-Orchestrierung. Die Engagement-Funktionen von Sitecore konzentrieren sich auf Marketing, Kundendaten, Personalisierung, E-Mail-Kommunikation und Kampagnenoptimierung. Was im Sitecore-Portfolio jedoch nicht nativ enthalten ist, ist eine Ebene für menschlich unterstützte Interaktionen mit Live-Chat, Conversational Bots, Click-to-Call, Video-Kommunikation und einem Cloud-Contact-Center, das mit derselben Plattform verbunden ist, die den Content verwaltet.

Bei komplexen oder hochpreisigen Customer Journeys ist genau diese Ebene häufig entscheidend, um die Lücke zwischen Interesse und Kaufabschluss zu schließen. Eine interessierte Person, die sich über ein Finanzprodukt, eine B2B-Anschaffung, einen Telekommunikationstarif oder ein Luxusprodukt informiert, erreicht oft einen Punkt der Unsicherheit, den Content allein nicht auflösen kann. CoreMedia erkennt Signale für eine hohe Kaufabsicht und Unsicherheit und kann in diesem Moment eine Live-Chat-, Click-to-Call- oder Video-Interaktion anbieten. Gleichzeitig erhalten Contact-Center-Mitarbeitende den relevanten Kontext, um besonders wertvolle Kontakte gezielt zu priorisieren. Für Unternehmen, deren zentrale Herausforderung nicht die Veröffentlichung von Content, sondern die Conversion qualifizierter Besucherinnen und Besucher ist, stellt dieser Unterschied den entscheidendsten Differenzierungsfaktor zwischen den beiden Plattformen dar.

Beide Anbieter haben stark in KI investiert. Sitecore hat 2025 mit SitecoreAI und Sitecore Stream agentische KI-Funktionen sowie generative KI-Funktionen erweitert. CoreMedia integriert CoreMedia KIO als KI-Copilot mit Zugriff auf Markenrichtlinien und Performance-Daten. Dadurch werden Routineaufgaben automatisiert und Empfehlungen bereitgestellt, die Redakteurinnen und Redakteure vor der Veröffentlichung prüfen und freigeben können. Beide Plattformen reduzieren durch integrierte KI den Aufwand für Content-Erstellung und Kampagnenumsetzung und ermöglichen eine schnellere Time-to-Market. Bei der Bewertung sollten Unternehmen die KI-Funktionen anhand ihrer individuellen Workflows vergleichen.

Für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen an LLM-Auswahl oder Datensouveränität ist der architektonische Unterschied entscheidend. Die KI-Funktionen von Sitecore basieren auf der Azure-OpenAI-Infrastruktur. CoreMedia KIO ist hingegen modellunabhängig und cloudunabhängig. Die Lösung unterstützt OpenAI, Azure OpenAI, Anthropic sowie kundenspezifische Modelle und kann in beliebigen Cloud-Umgebungen oder On-Premises betrieben werden. Dadurch behalten Unternehmen die Kontrolle darüber, welche Modelle ihre Daten verarbeiten und an welchem Standort diese Verarbeitung erfolgt.

Beide Plattformen unterstützen Enterprise-Sicherheit und Compliance-Anforderungen über Ländergrenzen hinweg. Die größten Unterschiede zeigen sich jedoch bei der Datensouveränität. CoreMedia ist ein in Deutschland ansässiger Anbieter mit Hauptsitz in der EU, verfügt über eine ISO/IEC 27001:2022-Zertifizierung und ist GDPR-ready. Für Unternehmen mit Anforderungen an die EU-Datenspeicherung kann CoreMedia vollständig innerhalb der EU betrieben werden, entweder selbstverwaltet On-Premises oder als Managed Service in EU-AWS-Regionen wie Frankfurt und Irland. Die Plattform wird unter anderem von deutschen Institutionen des öffentlichen Sektors wie dem Deutschen Bundestag und der Deutschen Bundesbank eingesetzt. Sitecore XM Cloud stammt von einem Anbieter mit Hauptsitz in den USA und wird als Managed-SaaS-Lösung auf Microsoft Azure betrieben. Die Plattform bietet umfangreiche Zertifizierungen und eignet sich insbesondere für Unternehmen ohne strenge Anforderungen an die EU-Datenspeicherung. Beide Plattformen unterstützen rollenbasierte Zugriffskontrollen und ein sicheres API-Management. Eine Composable-Architektur erfordert jedoch eine gezielte Steuerung von Identitäten und API-Governance.

Bei beiden Plattformen machen die Lizenzkosten nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Das Portfolio von Sitecore basiert auf separat lizenzierten Produkten. Dadurch steigen die Kosten mit der Anzahl der eingesetzten Produkte und werden schwieriger planbar, sobald der Technologie-Stack wächst. Bestehende Kundinnen und Kunden von Sitecore XP und XM sollten zudem die Migration zu XM Cloud einplanen. Die versteckten Kosten einer historisch gewachsenen Plattformarchitektur liegen insbesondere in wiederkehrenden Upgrade- und Migrationszyklen.

CoreMedia setzt auf ein Concurrent-User-Preismodell, das auch bei großen Redaktionsteams skaliert, ohne Kosten pro namentlich registrierter Nutzerin oder namentlich registriertem Nutzer zu verursachen. Zentrale Funktionen sind nativ integriert und nicht als zusätzliche Erweiterungen erforderlich. Da Marketing-Teams alltägliche Änderungen eigenständig umsetzen können, lässt sich der kontinuierliche Entwicklungsaufwand für operative Content-Arbeiten reduzieren. CoreMedia erzielt nach eigenen Angaben eine bis zu 75 Prozent schnellere Time-to-Web und ermöglicht bei strukturierter Planung Migrationen innerhalb von nur 90 Tagen. Enterprise Ireland ist hierfür ein Beispiel.

Keines der beiden Modelle ist grundsätzlich günstiger. Entscheidend ist der Vergleich der Plattformen auf Basis der benötigten Funktionen, der Teamgröße und der individuellen Anforderungen.

Omnichannel

Welche DXP ist die richtige Wahl für Ihr Unternehmen?

Sitecore eignet sich, wenn das Unternehmen bereits stark in das Sitecore-Ökosystem investiert ist, über ein großes Entwicklungsteam verfügt, eine leistungsstarke First-Party-Customer-Data-Plattform benötigt, nativen Commerce mit OrderCloud einsetzen möchte und mit einer ausschließlich als SaaS-Lösung verfügbaren, auf Microsoft Azure betriebenen Plattform aus separat lizenzierten Produkten arbeiten kann. Die Größe und Tiefe des Sitecore-Ökosystems stellen dabei einen echten Vorteil dar.

CoreMedia eignet sich, wenn eine globale Marke aus den Bereichen B2B-Fertigung, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, öffentlicher Sektor, Telekommunikation, Luxus-Retail oder Travel eine Plattform benötigt, die Content, Personalisierung und menschlich unterstützte Interaktionen in einem System vereint. CoreMedia bietet flexible Bereitstellungsmodelle einschließlich Private-Cloud- und On-Premises-Optionen zur Erfüllung von Anforderungen an die Datenspeicherung und ermöglicht es Marketing-Teams, die Lücke zwischen qualifiziertem Traffic und Conversion durch mehr Eigenständigkeit zu schließen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist der Hauptunterschied zwischen Sitecore und CoreMedia?

Beide Plattformen sind Hybrid-Headless-DXPs mit vergleichbaren Content-Management-Funktionen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Architektur: CoreMedia ist eine nativ integrierte Plattform, bei der Personalisierung, Marketing-Automatisierung und Customer Engagement als ein zusammenhängendes System entwickelt wurden. Sitecore basiert hingegen auf einem Portfolio separat lizenzierter Produkte, die durch Akquisitionen zusammengeführt wurden. Die Plattform bietet eine leistungsstärkere eigenständige Customer-Data-Plattform sowie First-Party-Commerce mit OrderCloud. CoreMedia integriert zudem nativ eine Customer Engagement Platform mit Live-Chat, Conversational Bots, Click-to-Call, Video-Kommunikation und einem Cloud-Contact-Center. Diese Funktionen sind bei Sitecore nicht Bestandteil der Plattform.

Integriert CoreMedia meine bestehende E-Commerce-Plattform?

Ja. CoreMedia integriert sich mit führenden Commerce-Plattformen wie SAP Commerce Cloud, commercetools, Shopify und Salesforce Commerce Cloud. Dadurch können Teams Inhalte mit Commerce-Funktionen verknüpfen und Shoppable Experiences schaffen, ohne die bereits eingesetzte Commerce-Plattform ersetzen zu müssen. Sitecore verfolgt einen anderen Ansatz und bietet mit OrderCloud eine eigene First-Party-Commerce-Engine.

Ist CoreMedia ein rein Headless-CMS?

CoreMedia ist ein Hybrid-Headless-CMS. Die Plattform kombiniert eine API-first-Headless-Auslieferung für Entwicklungsteams mit einem visuellen WYSIWYG-Editor für Marketing-Teams. Dadurch können Content-Teams alltägliche Inhalte eigenständig erstellen, prüfen und veröffentlichen, ohne auf Unterstützung durch die Entwicklung angewiesen zu sein. Auch Sitecore XM Cloud verfolgt denselben Hybrid-Headless-Ansatz.

Wie unterscheidet sich die Datensicherheit zwischen Composable-DXPs und monolithischen Systemen?

Composable-DXPs setzen auf sichere API-Integrationen zwischen einzelnen Services. Dies bietet hohe Flexibilität, erfordert jedoch eine gezielte Steuerung von Identitäten, Zugriffsrechten und API-Governance. CoreMedia verfügt über eine ISO/IEC 27001:2022-Zertifizierung, ist GDPR-ready und bietet Hosting-Optionen innerhalb der EU zur Erfüllung von Anforderungen an die EU-Datenspeicherung. Mit der richtigen Governance lassen sich in beiden Architekturmodellen Enterprise-Sicherheitsstandards erreichen.

Wird CoreMedia in der EU gehostet und wo wird Sitecore gehostet?

CoreMedia ist ein in der EU ansässiger Anbieter mit Hauptsitz in Deutschland. Die Managed-Cloud-Umgebung wird in AWS-EU-Regionen wie Frankfurt und Irland betrieben, wobei keine Daten außerhalb der EU gespeichert oder verarbeitet werden. Für strengere Anforderungen bieten Private-Cloud- und On-Premises-Optionen vollständige Kontrolle über die Infrastruktur. Sitecore XM Cloud wird als SaaS-Lösung auf Microsoft Azure betrieben und unterstützt EU-Regionen. Sitecore ist jedoch ein Anbieter mit Hauptsitz in den USA. Dies kann für Organisationen relevant sein, die Anforderungen an Datensouveränität berücksichtigen, da der US CLOUD Act US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff auf Daten ermöglichen kann, unabhängig davon, wo diese physisch gespeichert sind.

Wie lange dauert eine CoreMedia-Implementierung?

CoreMedia setzt auf eine phasenweise Implementierung, bei der bestehende Systeme während der Umstellung weiterhin aktiv bleiben. Inhalte, Workflows und Integrationen werden schrittweise migriert, anstatt eine vollständige Ablösung der bestehenden Systemlandschaft durchzuführen. Die Plattform lässt sich in bestehende Technologie-Stacks wie SAP Commerce Cloud oder Salesforce integrieren. Bei strukturierter Planung konnten Unternehmen bereits innerhalb von 90 Tagen live gehen. Enterprise Ireland ist hierfür ein Beispiel.

Kann CoreMedia Sitecore in anspruchsvollen Multi-Industry-Umgebungen ersetzen?

Ja, für viele Enterprise-Anwendungsfälle. CoreMedia unterstützt anspruchsvolle Multi-Brand- und Multi-Region-Szenarien für globale Marken aus Branchen wie Fertigung, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, öffentlicher Sektor, Retail und Travel. Die Plattform bietet flexible Bereitstellungsmodelle sowie native Funktionen für menschlich unterstützte Interaktionen. Sitecore kann weiterhin die bessere Wahl sein, wenn eine besonders leistungsstarke eigenständige Customer-Data-Plattform oder First-Party-Commerce mit OrderCloud im Mittelpunkt der Anforderungen steht. CoreMedia lässt sich jedoch mit bestehenden Customer-Data-Plattformen wie Tealium, Segment und weiteren Lösungen integrieren, wenn diese bereits im Unternehmen eingesetzt werden.