Die Lücke bei der KI-Governance: Die Content-Prüfung kann mit der Content-Erstellung nicht Schritt halten
Für Marketing-Teams, die zunehmend mehr Content in kürzerer Zeit veröffentlichen müssen, ist Governance zum neuen Engpass geworden. KI erstellt heute Content schneller, als die meisten Prüf-Prozesse ihn kontrollieren können. Die Herausforderung liegt damit nicht mehr in der Content-Erstellung, sondern in der Freigabe. Laut der Gartner-Prognose vom Februar 2026 werden die weltweiten Ausgaben für KI-Governance-Plattformen 2026 voraussichtlich 492 Millionen US-Dollar erreichen und bis 2030 die Marke von einer Milliarde US-Dollar überschreiten. Treiber dieser Entwicklung sind fragmentierte Regulierungen, die bis zum Ende des Jahrzehnts 75 Prozent der Weltwirtschaft betreffen werden. Die entscheidende Frage lautet daher: Kann der Prüf-Prozess mit der Geschwindigkeit und dem Volumen KI-generierter Inhalte Schritt halten?
Die meisten Unternehmen haben generative KI für die Content-Erstellung schneller eingeführt, als sie geeignete Kontroll-Mechanismen zu deren Steuerung etablieren konnten. Anfang 2026 war KI bereits der Standard für das Erstellen, Lokalisieren und Wiederverwenden von Content in vielen Marketing-Teams. Dadurch entstand ein Content-Volumen, auf das bestehende Prüf-Prozesse nicht ausgelegt waren: Wenige Redakteurinnen und Redakteure können nicht jede mit KI erstellte Seite, Produkt-Beschreibung und Chatbot-Antwort prüfen, bevor sie veröffentlicht wird. Die Kontroll-Mechanismen, die eigentlich Ungenauigkeiten, eine nicht zur Marke passende Tonalität und rechtliche Risiken erkennen sollen, konnten mit dem steigenden Output nicht Schritt halten. Besonders stark betroffen sind regulierte Branchen wie Banken, Versicherungen, der öffentliche Sektor und die Fertigungs-Industrie. Denn eine falsche Aussage ist hier nicht nur ein Image-Problem, sondern kann zu einem Compliance-Verstoß werden.
Warum klassische Content-Governance mit KI nicht Schritt halten kann
Viele Governance-Programme behandeln KI-generierten Content als reines Website-Thema. Entsprechend sind die Kontroll-Mechanismen im CMS verankert und enden dort. KI erstellt jedoch längst Inhalte für viele weitere Kanäle:
- Live-Chat, der Fragen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit beantwortet
- die personalisierte Kampagnen und Angebote direkt an Nutzerinnen und Nutzer ausspielen
- Contact Center, in denen KI den Mitarbeitenden passende Antworten vorschlägt
- Voicebots, E-Mail und Social Media, häufig mit wenigen oder ganz ohne Prüf-Schritte
- E-Mail, die oftmals von einem separaten Team und über ein anderes Tool gesteuert wird als die Website
Content-Volumen und Anzahl der Kanäle wachsen rasant. Wenn Website und Chatbot nach unterschiedlichen Regeln arbeiten, kann eine Marke in einer Kampagne ein Versprechen geben und es nur eine Stunde später im Support-Chat widersprechen. Moderne Governance muss deshalb mit der Geschwindigkeit der KI-gestützten Content-Erstellung Schritt halten und auch bei großen Content-Mengen eine konsistente Steuerung gewährleisten.
Was ist KI-Content-Governance?
KI-Content-Governance umfasst Prozesse, Richtlinien und Standards, mit denen Unternehmen steuern, wie KI Inhalte erstellt, bearbeitet und ausspielt. In der Praxis geht es dabei um drei zentrale Aspekte:
- Wer welche KI-Modelle wofür nutzen darf
- Wie KI-generierte Inhalte vor der Veröffentlichung geprüft und freigegeben werden
- Welche Nachweise dokumentiert werden, damit später nachvollziehbar ist, dass ein Inhalt geprüft und freigegeben wurde
Der Geltungsbereich geht dabei weit über die öffentliche Website hinaus. KI-generierte Inhalte finden sich inzwischen in Produkt-Beschreibungen, lokalisierten Kampagnen, E-Mail und SMS, Social-Media-Kommunikation, Wissensdatenbank-Artikeln, Chatbot-Antworten sowie in Antwort-Vorschlägen, die Mitarbeitende während eines Live-Gesprächs im Contact Center im Hintergrund erhalten. Eine Governance, die ausschließlich veröffentlichte Web-Seiten abdeckt, lässt einen Großteil dieser Inhalte unkontrolliert. Genau dort konzentrieren sich jedoch häufig die größten Reputations- und rechtlichen Risiken.
Was ist der Unterschied zwischen umfassender KI-Governance und KI-Content-Governance?
Zwei Begriffe werden häufig synonym verwendet. Dabei ist eine klare Unterscheidung wichtig: Es geht zum einen um die Governance der KI-Systeme und zum anderen um die Governance der von ihnen erzeugten Inhalte. Werden beide Bereiche vermischt, besteht schnell eine umfassende Ethik-Richtlinie, ohne dass ein funktionierender Prüf-Prozess vorhanden ist.
Umfassende KI-Governance steuert die KI-Systeme selbst:
- Welche KI-Modelle für den Einsatz freigegeben sind
- Auf welche Trainings-Daten diese Modelle zurückgreifen
- Wie auf mögliche Verzerrungen und Bias geprüft wird
- Wie die Systeme kontinuierlich überwacht werden
KI-Content-Governance ist spezifischer und stärker auf operative Prozesse ausgerichtet. Sie steuert den erzeugten Content und den damit verbundenen Prozess:
- Welcher Prompt den Content erzeugt hat
- Welches Modell den Content generiert hat
- Auf welche Quellen dabei zurückgegriffen wurde
- Welche Person den Content geprüft hat
- Wie die Freigabe-Entscheidung dokumentiert wurde
Unternehmen benötigen beides. Ob eine funktionierende KI-Content-Governance vorhanden ist, lässt sich anhand einer einfachen Frage überprüfen: Lässt sich für einen konkreten KI-generierten Inhalt nachvollziehen, wer ihn freigegeben hat, anhand welcher Kriterien er geprüft wurde, wo der entsprechende Nachweis gespeichert ist und wie die Entscheidungsfindung dokumentiert wurde? Wenn diese Fragen nicht beantwortet werden können, wird der Content unabhängig von bestehenden Richtlinien ohne ausreichende Governance veröffentlicht.
Die Risiken unkontrollierter KI-Content-Erstellung
Unkontrolliert mit KI erstellter Content birgt vier zentrale Risiken: eine geschädigte Marken-Glaubwürdigkeit, rechtliche und Compliance-Risiken, ungenaue Inhalte in großem Umfang sowie Daten-Sicherheitsrisiken. In global agierenden Unternehmen mit zahlreichen Kanälen verstärken sich diese Risiken zusätzlich, da Content schnell erstellt und ausgespielt wird. KI-Such- und Antwort-Systeme bevorzugen konsistente, überprüfbare und aktuelle Inhalte. Inhalte, die von der Marken-Linie abweichen oder veraltet sind, werden daher mit geringerer Wahrscheinlichkeit ausgespielt und als Quelle herangezogen. Governance sorgt dafür, dass Content die Voraussetzungen erfüllt, die diese Systeme bevorzugen.
Marken-Glaubwürdigkeit und Vertrauen
KI-Halluzinationen und eine nicht zur Marke passende Tonalität können das Vertrauen schneller beschädigen als viele andere Fehler bei der Content-Erstellung. Wenn ein Modell beispielsweise eine Produkt-Spezifikation erfindet, eine Richtlinie falsch wiedergibt oder einen Ton anschlägt, der nicht zur Marke passt, kann dies unmittelbar messbaren Schaden verursachen. Auch Bias in KI-Modellen kann das Marken-Image beeinträchtigen, etwa durch diskriminierende Ergebnisse und nicht nur durch falsche Aussagen. Mit zunehmendem Umfang verschärft sich das Problem: Ein fehlerhafter Prompt oder ein ungeprüftes Template kann einen Fehler über Hunderte von Seiten und zahlreiche Märkte hinweg verbreiten, bevor er überhaupt bemerkt wird. Für Unternehmen mit Geschäftskundinnen und Geschäftskunden sowie bestehenden Kundinnen und Kunden kann bereits eine einzige selbstsicher formulierte, aber falsche KI-Antwort im Support-Chat das Ergebnis jahrelanger sorgfältiger Marken-Arbeit gefährden.
Rechtliche und Compliance-Risiken
KI-generierter Content bringt konkrete rechtliche Risiken in Bereichen wie Urheberrecht, Bias, Transparenz und Datenschutz mit sich. Regulierungs-Behörden haben begonnen, spezifische Vorgaben zu schaffen. Die Risiken erstrecken sich inzwischen über mehrere Bereiche:
- EU AI Act: Die Transparenz-Pflichten nach Artikel 50, einschließlich der Anforderungen zur Kennzeichnung und Offenlegung von KI-generierten oder manipulierten Inhalten, gelten laut dem Zeitplan der Europäischen Kommission zur Umsetzung des AI Act ab dem 2. August 2026.
- US-Bundesstaaten: Da es bislang kein einheitliches US-Bundesgesetz zur Regulierung von KI gibt, gehen einzelne Bundesstaaten eigene Wege. Der Texas Responsible AI Governance Act ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Weitere Regelungen folgen 2026 und 2027.
- Urheberrecht und Herkunftsnachweis: Unklare Eigentumsverhältnisse bei KI-generiertem Content, nicht offengelegter Bias und fehlende Nachweise darüber, wie ein Inhalt erstellt wurde, stellen eigenständige Risiken dar, die durch geeignete Governance reduziert werden sollen.
Qualität und Genauigkeit in großem Umfang
Geschwindigkeit ohne verbindlichen Qualitäts-Check führt zu Content, der überzeugend klingt, aber dennoch falsch sein kann. Generative KI-Modelle sind darauf ausgelegt, plausibel und überzeugend zu formulieren. Genau deshalb können ungeprüfte Inhalte selbst bei einer oberflächlichen Prüfung unbemerkt bleiben. Im Customer-Experience-Kontext ist mangelnde Genauigkeit kein rein redaktionelles Problem: Eine falsche Rückgabe-Richtlinie im Chatbot, eine fehlerhafte Übersetzung einer Sicherheits-Anweisung oder ein veralteter Preis wirken sich unmittelbar auf das Kundenerlebnis aus und führen häufig zu Support-Anfragen oder sogar zu einem entgangenen Verkauf.
Datensicherheit
Der unkontrollierte Einsatz von KI kann dazu führen, dass vertrauliche Unternehmens-Informationen an öffentliche KI-Modelle übermittelt werden. Wenn Mitarbeitende Kundendaten, noch nicht veröffentlichte Kampagnen-Inhalte, interne Dokumente oder andere vertrauliche Informationen in frei zugängliche KI-Tools eingeben, können diese Informationen die Kontrolle des Unternehmens verlassen. Dadurch entstehen Missbrauchs-Risiken auf verschiedenen Ebenen der KI-Datenverarbeitung, von Prompts über das Training bis hin zu den generierten Inhalten.
Für regulierte Branchen und Unternehmen, die personenbezogene Daten im Rahmen von DSGVO-ähnlichen Datenschutz-Vorgaben verarbeiten, ist dies sowohl ein Sicherheits- als auch ein Compliance-Problem mit direktem Bezug zu den Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten.
Governance muss daher klare Grenzen definieren, die KI-Tools nicht automatisch vorgeben:
- Welche KI-Modelle für Unternehmens-Daten freigegeben sind
- Wohin Daten übertragen werden dürfen und wohin nicht
- Wie Unternehmens-Content und Kundendaten innerhalb einer kontrollierten Umgebung geschützt bleiben
Aus diesem Grund achten sicherheitsbewusste Unternehmen bei der Auswahl KI-gestützter Plattformen zunehmend darauf, wo ihre Inhalte und Daten tatsächlich gehostet werden. Dieser Anspruch ist global relevant. Auch Regelungen wie Indiens Digital Personal Data Protection Act, der 2023 verabschiedet wurde, erhöhen die Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten.
Die zentralen Säulen einer starken KI-Content-Governance-Strategie
Ein umfassendes KI-Governance-Framework basiert auf drei zentralen Säulen: der Standardisierung der Modelle, Prompts und Daten, auf die KI zurückgreift, der Einbindung von Mitarbeitenden in den Prüf-Prozess vor jeder Veröffentlichung sowie der Steuerung und Überwachung über verschiedene Märkte und Sprachen hinweg. Jede dieser Säulen kann ohne konkrete Mechanismen schnell an ihre Grenzen stoßen: Eine ethische Grundhaltung allein reicht nicht aus, wenn kein System vorhanden ist, das ihre Umsetzung sicherstellt.
Wissen, KI-Modelle und Prompts standardisieren
Die technologische Grundlage sollte standardisiert sein, bevor die Qualität der Ergebnisse in den Fokus rückt. Drei Bereiche müssen klar definiert und zentral gesteuert werden:
- Freigegebene Modelle: Für den Einsatz im Unternehmen sollte eine klar definierte Auswahl an KI-Modellen freigegeben werden, anstatt jedem Team die freie Wahl zu überlassen. Andernfalls entstehen schnell sogenannte Shadow-KI und uneinheitliche Ergebnisse. Gleichzeitig wird die Sicherheits-Prüfung erleichtert, da jederzeit nachvollziehbar ist, welche Modelle eingesetzt werden und wohin Daten übertragen werden.
- Zentrale Prompt-Bibliothek: Zentral gepflegte und teamübergreifend wiederverwendete Prompts sorgen für eine deutlich konsistentere Tonalität und Qualität, als wenn zahlreiche Mitarbeitende eigene Prompts entwickeln. Gleichzeitig wird Prompting zu einem unternehmensweiten Wissens-Asset, das erhalten bleibt, anstatt mit der Person verloren zu gehen, die den Prompt erstellt hat.
- Eine zentrale Quelle der Wahrheit: Jedes Modell und jeder Prompt sollte auf eine zentrale Quelle für Produkt-Fakten, Marken-Richtlinien und Kundendaten zugreifen. Verteilte oder mehrfach vorhandene Daten sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Website und Chatbot unterschiedliche Aussagen treffen.
Human-in-the-Loop (HITL) für die Qualitäts-Sicherung
KI ist ein Co-Pilot, kein Autopilot. Die Prüfung durch Mitarbeitende vor der Veröffentlichung ist der entscheidende Kontroll-Mechanismus, um Halluzinationen, eine nicht zur Marke passende Formulierung oder Aussagen zu erkennen, die eine rechtliche Freigabe erfordern. Das gilt insbesondere für risikoreiche Inhalte, die vor ihrer Veröffentlichung einen formalen Freigabe-Prozess durchlaufen müssen. Ziel von Human-in-the-Loop ist es nicht, KI auszubremsen, sondern ihre Geschwindigkeit sicher nutzbar zu machen.
Damit dieser Prüf-Prozess auch bei großen Content-Mengen funktioniert, müssen die Leitplanken von Anfang an klar definiert sein. Wenn freigegebene Modelle, verbindliche Marken-Richtlinien und verpflichtende Prüf-Schritte bereits vor der Content-Erstellung festgelegt sind, entsprechen die meisten Ergebnisse von vornherein den definierten Vorgaben. Mitarbeitende können sich dadurch auf Ausnahmen konzentrieren, anstatt jeden einzelnen Inhalt prüfen zu müssen. So können Menschen mit der Geschwindigkeit von KI Schritt halten, ohne von der Content-Menge überfordert zu werden.
Anschließend sollte klar definiert werden, wer welche Inhalte prüft. Redakteurinnen und Redakteure verantworten Genauigkeit und Marken-Tonalität. CX- und Compliance-Verantwortliche übernehmen risikoreichere Bereiche wie regulierte Aussagen und kundenorientierte Kommunikations-Abläufe. CoreMedia setzt dieses Prinzip um, indem jede KI-Empfehlung des Co-Piloten vor ihrer Ausführung eine Freigabe durch Redakteurinnen oder Redakteure erfordert.
Globale Steuerung und Lokalisierungs-Management
Auf globaler Ebene zeigt sich, ob Governance funktioniert oder versagt. Inhalte müssen in Dutzenden von Märkten und Sprachen veröffentlicht werden, und zwar unter unterschiedlichen kulturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Eine unkontrollierte KI-Übersetzung kann eine gute Kampagne in einem einzelnen Markt in eine anstößige verwandeln. Die Frage der Governance lautet: Wie kann man lokal schnell handeln und gleichzeitig weltweit die Marken- und Compliance-Standards einhalten?
Ein bewährter Ansatz ist ein zentraler Hub, der Standards und vorab freigegebene Content-Bausteine definiert, kombiniert mit lokalen Teams, die innerhalb dieser Leitplanken Anpassungen vornehmen können. Eine klare operative Governance sorgt dabei für die Umsetzung im täglichen Workflow.
InSinkErator, ein Hersteller von Küchen-Produkten für den B2B- und B2C-Markt und Teil von Whirlpool, setzt dieses Modell über 11 regionale Website-Versionen in 7 Sprachen hinweg ein. Wiederverwendbare Module und vorab freigegebene Layouts ermöglichen es Redakteurinnen und Redakteuren, Seiten eigenständig zu erstellen und zu aktualisieren, ohne auf die IT warten zu müssen. Änderungen, die einmal vorgenommen werden, können über mehrere Regionen hinweg übernommen werden, sodass die Inhalte konsistent bleiben. Die KI-gestützte Übersetzung mit integrierter DeepL-Integration bringt jede Botschaft bereits im ersten Durchlauf möglichst nah an eine korrekte Übersetzung. Lokale Teams behalten dabei die vollständige Kontrolle und können jeden Inhalt vor der Veröffentlichung prüfen und anpassen. Diese Kombination aus Automatisierung und menschlicher Prüfung macht KI-gestützte Übersetzung in der Praxis steuerbar: Der Content bleibt markenkonform und lokal relevant, während die globale Konsistenz erhalten bleibt. Gleichzeitig lässt sich eine neue regionale Website deutlich schneller starten, als sie von Grund auf neu aufzubauen. Das ist strukturierte Lokalisierung als operatives Modell, nicht als Bremse.
Best Practices für die Umsetzung eines strukturierten KI-Governance-Frameworks
Diese Schritte führen von der übergeordneten Steuerung über Richtlinien und Mitarbeitende bis hin zur technischen Umsetzung.
- Ein verantwortliches KI-Governance-Gremium etablieren
Marketing, IT, Legal und CX sollten in einem bereichsübergreifenden Gremium zusammengeführt werden, das Entscheidungen rund um KI-Content verantwortet und übergeordnete KI-Initiativen begleitet. Governance funktioniert nicht, wenn sie allein in einem Unternehmens-Bereich verankert ist, denn KI-Content betrifft gleichzeitig Marke, Sicherheit und Compliance. Das Gremium sollte über ein klares Mandat verfügen: KI-Modelle freigeben, Risiko-Kategorien definieren und Grenzfälle entscheiden, die sich nicht vollständig durch Richtlinien abdecken lassen. - Eine unternehmensweite KI-Richtlinie verbindlich verankern
Eine praxistaugliche Richtlinie definiert, welche KI-Modelle freigegeben sind, welche Daten verarbeitet werden dürfen, wann eine menschliche Prüfung erforderlich ist, welche Qualitäts-Standards für KI-generierten Content gelten, wie Inhalte gekennzeichnet und dokumentiert werden und wer risikoreiche Inhalte freigibt. Als Grundlage können etablierte Referenzwerke wie die OECD AI Principles dienen, die im Mai 2024 aktualisiert wurden. Die Richtlinie sollte regelmäßig an neue regulatorische Anforderungen angepasst werden, statt als unveränderliches Dokument betrachtet zu werden. Eine Richtlinie, die ausschließlich allgemeine Prinzipien formuliert, wird im entscheidenden Moment schnell übergangen. Werden Vorgaben dagegen direkt in die täglichen Workflows integriert und durchgesetzt, beeinflussen sie tatsächlich, welcher Content veröffentlicht wird. - Mitarbeitende kontinuierlich schulen
KI-Tools und regulatorische Anforderungen entwickeln sich schnell. Einmalige Schulungen verlieren daher rasch an Aktualität. Schulungen sollten konkret und praxisnah sein: Welche Tools sind für welche Aufgaben freigegeben? Wie lassen sich Halluzinationen oder Compliance-relevante Aussagen erkennen? Welche Daten dürfen niemals in ein KI-Modell eingegeben werden? Ziel ist es, die Urteilsfähigkeit der Mitarbeitenden zu stärken, damit sie einschätzen können, wann KI-generierter Content vertrauenswürdig ist und wann eine zusätzliche Prüfung oder Eskalation erforderlich ist. - Governance dort verankern, wo die Arbeit stattfindet
Governance funktioniert nur dann zuverlässig, wenn sie direkt in den eingesetzten Systemen umgesetzt wird und nicht lediglich daneben dokumentiert ist. Dazu gehören:- Klare Leitplanken für den KI-Einsatz definieren: freigegebene Modelle, verbindliche Marken-Richtlinien und klar definierte Prüf- und Freigabe-Schritte.
- Das CMS zur Durchsetzung dieser Regeln einsetzen: Vorgaben, die nur in einem Richtlinien-Dokument stehen, werden leichter übergangen. Regeln, die direkt von der Plattform umgesetzt werden, werden Teil des tatsächlichen Workflows.
- Workflows mit menschlicher Kontrolle etablieren: KI erstellt Entwürfe und führt Vorab-Prüfungen durch, während eine Person die finale Freigabe erteilt, bevor Content veröffentlicht wird.
Eine Composable Platform ermöglicht es, eine solche strukturierte Governance in die bestehende Technologie-Landschaft zu integrieren. Bestehende Commerce-, Daten- und Channel-Tools können angebunden werden, ohne die gesamte System-Landschaft ersetzen zu müssen. Anschließend sollte die Umsetzung durch kontinuierliches Monitoring und klar definierte Key Performance Indicators (KPIs) überprüft werden. So lässt sich erkennen, ob die Kontroll-Mechanismen tatsächlich funktionieren und an welchen Stellen KI-generierter Content weiterhin besondere Aufmerksamkeit erfordert.
KI-Governance über die gesamte Online- und Offline-Customer-Experience hinweg vereinheitlichen
Die genannten Säulen und Maßnahmen sind nur so wirksam wie die Plattform, die ihre Umsetzung sicherstellt. Genau hier scheitern viele Governance-Programme: Die Kontroll-Mechanismen schützen die Website, nicht aber den Chat, das Contact Center oder den E-Mail-Posteingang.
Eine Composable Platform muss KI über zwei sehr unterschiedliche Bereiche hinweg steuern:
- Digitale Touchpoints: Website, Kampagnen, Produkt-Seiten und E-Mail sind die Bereiche, in denen Content-Governance meist beginnt.
- Menschlich unterstützte Touchpoints: Contact Center, Live-Chat und Verkaufsgespräche sind die Bereiche, die häufig nicht mehr abgedeckt werden.
KI erstellt und empfiehlt inzwischen Inhalte in beiden Bereichen. Beide sind gleichermaßen relevant. Wer nur die digitale Seite steuert, lässt die menschlich unterstützten Touchpoints und damit die Gespräche mit der größten Kundennähe weitgehend unkontrolliert.
In der Praxis scheitert Governance häufig an voneinander getrennten Systemen. Wenn CMS und Contact Center auf unterschiedlichen Technologie-Stacks mit separaten Content-Quellen arbeiten, kann die Website eine aktuelle Richtlinie kommunizieren, während der Chatbot weiterhin eine veraltete Version verwendet. Der Grund: Beide Systeme greifen nicht auf dieselbe freigegebene Quelle zurück. Kundinnen und Kunden sehen jedoch keine zwei unterschiedlichen Systeme. Sie erleben eine einzige Marke, die sich selbst widerspricht.
Die Lösung liegt in der Architektur. Die CoreMedia Experience Platform gehört zu den wenigen DXPs, die Content-Management und ein vollständiges Cloud-Contact-Center in einer Plattform verbinden. Dadurch greifen Website, Live-Chat, Voicebot und Mitarbeitende im Contact Center auf dieselbe gesteuerte Wissens-Basis zurück. Wenn ein Mitarbeitender im Contact Center ein Gespräch übernimmt, erhält er Einblick in die digitale Customer Journey, sieht, welche Inhalte bereits aufgerufen wurden und an welchen Stellen Unsicherheiten entstanden sind, anstatt ohne Kontext in das Gespräch einzusteigen. Gleichzeitig arbeiten Support und digitales Marketing mit einer gemeinsamen Quelle für freigegebenen Content, statt mit zwei voneinander getrennten Systemen, deren Inhalte zunehmend auseinanderlaufen. Dieser gemeinsame Kontext schafft die Grundlage für eine echte End-to-End-Governance. Er macht nachvollziehbar, welche Aussagen KI über sämtliche Kanäle hinweg trifft und nicht nur, welche Inhalte auf der Website veröffentlicht werden.
Wie CoreMedia KIO AI skalierbare und verantwortungsvolle KI ermöglicht
CoreMedia KIO ist der KI-Co-Pilot, der direkt in die CoreMedia Digital Experience Platform integriert ist. Da KIO innerhalb des Hybrid-Headless-CMS arbeitet, greift der Co-Pilot auf die eigenen Marken-Richtlinien, aktuelle Performance-Daten und Kundendaten des Unternehmens zurück und nicht auf allgemeine Trainings-Daten. Dadurch entstehen Entwürfe, die zur jeweiligen Marke passen, anstatt generische Texte zu liefern, die anschließend aufwendig an die Marken-Tonalität angepasst werden müssen.
Die Governance-Kontrollen sind direkt in der Architektur verankert. Genau das macht den KI-Einsatz sicher skalierbar:
- Menschliche Freigabe als Standard: Jede Empfehlung von CoreMedia KIO muss von Redakteurinnen und Redakteuren geprüft werden, bevor sie veröffentlicht wird. So geht Geschwindigkeit nicht auf Kosten einer ungeprüften Veröffentlichung.
- Rollen, Berechtigungen und Workflows: Zugriffsrechte und Freigabe-Schritte lassen sich individuell konfigurieren. So stellen Unternehmen sicher, dass die richtigen Personen die jeweils relevanten Inhalte freigeben. Gleichzeitig wird dokumentiert, wer welche Inhalte freigegeben hat.
- Playbooks: Teams können bewährte Anweisungen als wiederverwendbare Playbooks hinterlegen, die CoreMedia KIO bei bestimmten Aufgaben konsistent anwendet. So werden Marken-Richtlinien und Tonalität aus einem Styleguide, der im Arbeitsalltag leicht in Vergessenheit gerät, zu verbindlichen Prompts, die der Co-Pilot zuverlässig ausführt. Dadurch bleibt der Content über verschiedene Redakteurinnen und Redakteure sowie Kampagnen hinweg markenkonform, ohne jedes Mal mit einem neuen Prompt beginnen zu müssen.
- Audit-Trails: Die Plattform dokumentiert, welche Inhalte die KI erstellt hat, wer sie geprüft hat und welche Änderungen im Verlauf vorgenommen wurden. So verfügt jedes KI-unterstützte Content-Asset über eine nachvollziehbare Historie. Wenn eine Aufsichts-Behörde, ein Kunde oder das eigene Legal-Team wissen möchte, wie ein bestimmter Inhalt entstanden ist, steht ein dokumentierter Nachweis zur Verfügung.
- Daten-Souveränität: Die Plattform kann in der Cloud, einer Private Cloud oder On-Premises betrieben werden. CoreMedia KIO ist zudem modellunabhängig und kann mit Anbietern wie OpenAI, Azure OpenAI und Anthropic Claude oder mit einem individuellen KI-Modell betrieben werden. Unternehmen können selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert werden und welches Modell darauf zugreifen darf. Das ist insbesondere für regulierte Branchen und CoreMedia-Kunden mit hohen Anforderungen an die Daten-Souveränität relevant.
Gesteuerte KI kann Kundendaten zudem sicher nutzen, um personalisierte Erlebnisse über verschiedene Kanäle hinweg zu ermöglichen. Dabei lassen sich Content, Personalisierung und menschliche Interaktion miteinander verbinden, um Kundinnen und Kunden gezielt auf dem Weg zur Conversion zu begleiten.
Der zentrale Governance-Grundsatz bleibt dabei unabhängig vom Umfang bestehen: Personalisierung auf Basis von Kundendaten gehört zu den KI-Anwendungsfällen, die klare Leitplanken benötigen. Werden diese Leitplanken direkt in die Plattform integriert, die auch die Personalisierung steuert, lässt sich sicherstellen, dass der Einsatz von KI sowohl skalierbar als auch regelkonform bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das wichtigste Ziel von KI-Content-Governance?
Ziel ist es, die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit der KI-gestützten Content-Erstellung mit Qualitäts-Sicherung, rechtlicher Compliance und Marken-Sicherheit in Einklang zu bringen. Governance ermöglicht es Unternehmen, große Mengen an KI-generiertem Content zu erstellen und gleichzeitig sicherzustellen, dass dieser korrekt, markenkonform und rechtlich nachvollziehbar ist. So kann eine steigende Content-Produktion stattfinden, ohne das Vertrauen von Kundinnen und Kunden zu gefährden.
Wie wirkt sich KI-Governance auf SEO und die Sichtbarkeit in Such-Systemen aus?
Suchmaschinen und KI-basierte Antwort-Systeme bevorzugen präzise, konsistente und glaubwürdige Inhalte. Governance stellt sicher, dass KI-generierter Content Qualitäts- und Experience-Standards entspricht. Dadurch sinkt das Risiko, dass minderwertige oder ungenaue Inhalte die Such-Performance beeinträchtigen, während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit steigt, von generativen Such-Systemen als Quelle herangezogen zu werden. In der Praxis schützen dieselben Prüf- und Qualitäts-Mechanismen, die die Marke schützen, auch die Sichtbarkeit in Such-Systemen.
Wer ist in einem Unternehmen für KI-Content-Governance verantwortlich?
KI-Content-Governance ist eine gemeinsame, bereichsübergreifende Verantwortung und nicht die Aufgabe eines einzelnen Teams. CMOs und Content-Verantwortliche verantworten Marke und Qualität, IT ist für Sicherheit und die Liste freigegebener KI-Modelle zuständig, Legal und Compliance verantworten regulatorische Risiken und Redakteurinnen und Redakteure übernehmen die Prüfung unmittelbar vor der Veröffentlichung. Ein Governance-Gremium bringt diese Bereiche zusammen und trifft übergreifende Entscheidungen, während die Content-Infrastruktur die definierten Regeln technisch durchsetzt.
Kann KI-Governance den Kunden-Support verbessern?
Ja. Wenn Chatbots, Voicebots und Assistenz-Tools für Mitarbeitende im Contact Center auf dieselbe freigegebene und geprüfte Wissens-Basis wie die Website zugreifen, erhalten Kundinnen und Kunden über alle Kanäle hinweg konsistente Antworten. Diese Konsistenz stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern ist auch ein wichtiger Bestandteil von Governance, da Support und Marketing auf einer gemeinsamen, kontrollierten Quelle arbeiten, anstatt ihre Inhalte mit der Zeit auseinanderlaufen zu lassen.
Gilt der EU AI Act für KI-generierte Inhalte?
Die Transparenz-Pflichten nach Artikel 50 des EU AI Act verlangen die Offenlegung und Kennzeichnung bestimmter KI-generierter oder manipulierter Inhalte und gelten ab dem 2. August 2026. Der Anwendungsbereich ist extraterritorial: Der EU AI Act erfasst unter bestimmten Voraussetzungen auch Unternehmen außerhalb der EU, wenn sie KI-Systeme auf dem EU-Markt bereitstellen oder innerhalb der EU einsetzen. Die Sanktionen können bei schwerwiegenden Verstößen bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen. Eine gesteuerte Plattform unterstützt Unternehmen dabei, nachvollziehbar zu dokumentieren, welche Inhalte durch KI erstellt wurden und wer sie freigegeben hat. Die EU-Datenspeicherung und die freie Wahl des KI-Modells bei CoreMedia geben Unternehmen mit hohen Anforderungen zusätzliche Kontrolle darüber, wo Inhalte und Daten gespeichert und verarbeitet werden.
Wie unterscheidet sich KI-Content-Governance von KI-Governance?
KI-Governance ist der übergeordnete Ansatz zur Steuerung von KI-Systemen. Dazu gehören beispielsweise die Auswahl freigegebener Modelle, die für das Training verwendeten Daten, die Prüfung auf Bias und die kontinuierliche Überwachung der Systeme. KI-Content-Governance ist die spezifischere, operative Ebene. Sie steuert den von diesen Systemen erzeugten Content sowie die zugehörigen Prompts, Prüfungen, Freigaben und Nachweise. Unternehmen benötigen beide Ansätze. Werden sie jedoch miteinander verwechselt, entsteht schnell eine übergeordnete Ethik-Richtlinie, ohne dass funktionierende Kontroll-Mechanismen dort greifen, wo Content tatsächlich veröffentlicht wird.
Was sind die OECD AI Principles und sind sie verpflichtend?
Die OECD AI Principles sind ein zwischenstaatlicher Standard für vertrauenswürdige KI. Sie wurden erstmals 2019 verabschiedet und im Mai 2024 aktualisiert, um generative und allgemeine KI stärker zu berücksichtigen. Dabei wurden unter anderem Sicherheit, Datenschutz, geistiges Eigentum und die Integrität von Informationen stärker in den Fokus gerückt. Die Prinzipien werden von 47 Staaten und Organisationen unterstützt, darunter die EU. Sie sind jedoch rechtlich nicht verbindlich und dienen daher als Orientierung für die Entwicklung von Richtlinien, nicht als unmittelbare Grundlage für Sanktionen. Ihre Bedeutung liegt unter anderem darin, dass sich nationale Regelungen zunehmend an diesen Prinzipien orientieren. Damit bieten sie eine hilfreiche Grundlage für den Aufbau einer KI-Governance, die auch bei sich weiterentwickelnden gesetzlichen Anforderungen Bestand hat.
Wie lassen sich KI-Halluzinationen im Content-Marketing vermeiden?
KI sollte auf freigegebenen unternehmenseigenen Quellen basieren und nicht ausschließlich auf allgemeinen Trainings-Daten. Zusätzlich sollte vor jeder Veröffentlichung eine menschliche Prüfung vorgesehen werden. Alle KI-Tools sollten auf eine zentrale Quelle für Produkt-Fakten und Marken-Richtlinien zugreifen. Halluzinationen entstehen insbesondere dann, wenn ein Modell Informations-Lücken eigenständig auffüllt. Werden stattdessen geprüfte Quellen verwendet und kundenorientierte Inhalte von einer Person freigegeben, lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren. Governance stellt sicher, dass dieser Prozess zum Standard und nicht zur Ausnahme wird.
Verlangsamt KI-Content-Governance die Content-Produktion?
Das muss nicht der Fall sein. Richtig umgesetzt kann Governance die Content-Produktion sogar beschleunigen. Der befürchtete Mehraufwand entsteht vor allem dann, wenn Governance außerhalb der eingesetzten Tools stattfindet und Freigaben beispielsweise über E-Mail und separate Dokumente organisiert werden. Sind Prüf- und Freigabe-Prozesse dagegen direkt in die Plattform integriert, findet die Kontrolle innerhalb des bestehenden Workflows statt. CoreMedia integriert Freigabe-Workflows und den CoreMedia KIO Co-Piloten in dieselbe Oberfläche, die Redakteurinnen und Redakteure bereits für ihre Arbeit nutzen. Dadurch können Teams schnell arbeiten, während jede KI-Empfehlung weiterhin von einer Person geprüft wird, bevor sie veröffentlicht wird.
Wie lässt sich KI-Content in einem Chatbot oder Contact Center steuern?
Entscheidend ist, dass Chatbot, Voicebot und Mitarbeitende im Contact Center auf dieselbe freigegebene Content-Quelle wie die übrigen Kanäle zugreifen. So wird verhindert, dass ein separates System mit veralteten oder abweichenden Informationen entsteht. Dafür braucht es eine zentrale, gesteuerte Wissens-Basis, klare Regeln dafür, welche Aussagen KI eigenständig treffen darf, sowie eine menschliche Prüfung von KI-generierten Antwort-Vorschlägen, bevor diese an Kundinnen und Kunden gesendet werden. CoreMedia unterstützt diesen Ansatz, da das Cloud-Contact-Center Bestandteil derselben Plattform wie das CMS ist. Support und Marketing arbeiten dadurch mit einer gemeinsamen, gesteuerten Quelle. CoreMedia KIO erstellt Antwort-Vorschläge für Mitarbeitende, die diese vor der Übermittlung prüfen und freigeben.
Lässt sich KI-Content-Governance vollständig automatisieren?
Nein. Die Annahme, dass Governance vollständig automatisiert werden kann, birgt erhebliche Risiken. Automatisierung kann große Content-Mengen verarbeiten, Inhalte gegen definierte Regeln prüfen, risikoreiche Aussagen kennzeichnen und Aufgaben an die zuständigen Personen weiterleiten. Entscheidungen mit Auswirkungen auf Marke, Recht und inhaltliche Genauigkeit sollten jedoch weiterhin von Menschen verantwortet werden. Das praktikable Modell ist daher Human-in-the-Loop: KI erstellt Entwürfe und führt Vorab-Prüfungen durch, eine Person erteilt die finale Freigabe. CoreMedia setzt diesen Ansatz um, indem jede Empfehlung von CoreMedia KIO vor ihrer Ausführung eine Freigabe durch Redakteurinnen und Redakteure erfordert. So lässt sich die Geschwindigkeit von KI nutzen, ohne auf menschliche Kontrolle zu verzichten.
Welche Plattform unterstützt KI-Content-Governance über verschiedene Kanäle hinweg?
Geeignet ist eine Plattform, die sowohl veröffentlichte Inhalte als auch direkte Kunden-Kommunikation zentral steuert, anstatt ein CMS mit einem separaten Contact Center zu kombinieren. CoreMedia verbindet Content-Management mit einem Cloud-Contact-Center. Dadurch greifen Website, Chatbots, Voicebots und Mitarbeitende im Contact Center auf dieselbe freigegebene Quelle zu. CoreMedia KIO stellt zudem sicher, dass KI-generierte Empfehlungen vor der Veröffentlichung von einer Person freigegeben werden. Diese gemeinsame technologische Grundlage ermöglicht Governance über alle Kanäle hinweg, anstatt sie auf die Website zu beschränken.