Dr. Veit Etzold


Veit Etzold Portrait

Manager kommunizieren ununterbrochen, 80% ihrer Zeit. Doch das meiste davon bleibt beim Gegenüber nicht hängen. Warum? Weil wir verlernt haben, gute Geschichten zu erzählen. Obwohl wir es können. Denn der Mensch ist ein geborener Storyteller. Storys bleiben besser hängen, sind schneller zu übermitteln und generieren, da sie den Zuhörer zum Teil der Story machen, einen besseren „Buy In“ des Gegenüber.
Storytelling funktioniert, schneller, besser und einfacher. Warum?

Faktor 1: Der Mensch ist ein Storyteller
Der Mensch ist es seit Anbeginn der Zeit gewohnt, in Bildern und Storys zu denken, während die klinische und sterile Kommunikation à la Power Point erst seit ca. 30 Jahren auf dem Vormarsch ist und daher von unserem „Türsteher“ im Gehirn nicht durchgelassen wird. Darum schlafen bei Präsentationen auch die meisten Teilnehmer ein und darum lesen Menschen aber bis drei Uhr morgens Dan Brown, auch wenn sie am nächsten Morgen früh aufstehen müssen. Weil Berichte per se langweilig und Storys per se spannend sind. Darum ist Klatsch und Tratsch im Unternehmen auch immer viel nachhaltiger und glaubhafter als die faktenschweren E-Mails von Corporate Communications. Oder mit anderen Worten: Wenn Sie keine Story erzählen, erzählt jemand anders ihre Story.


Faktor 2: Der erste Eindruck zählt – Ihr Mission Statement
“You never get a second chance to change a first impression”, sagt man im Management und besonders im Personalwesen. Bei der Kommunikation scheint dies allerdings nicht zu gelten. Oft ist der erste Satz einer Imagebroschüre oder eines Missionstatements derart langweilig, austauschbar und nichtssagend, das man diese Machwerke getrost als nicht-verschreibungspflichtige Schlafmittel bezeichnen kann. Wer aber am Anfang der Geschichte keine Aufmerksamkeit erzeugt, hat sie für immer verloren.


Faktor 3: Held und Schurke – Was ist unsere Story und was passiert, wenn wir nichts tun?
Was in jeder guten Geschichte auftaucht, in der Kommunikation von Unternehmen aber fast immer fehlt, sind Held und Schurke einer Story. Jede Story braucht einen Helden. Und jeder Held braucht einen Schurken. Keine Adam und Eva ohne den Teufel, kein Luke Skywalker ohne Darth Vader, kein Superman ohne Lex Luthor.Im Unternehmen wird allerdings häufig so kommuniziert, als gäbe es diese Bedrohung nicht. Was bei den Mitarbeitern, die es besser wissen, stets zu Klatsch und Tratsch (mit einem Bösewicht) aber auch zu Zynismus führt. Gutes Storytelling hilft, Gefahren für das Unternehmen offen zu adressieren, ohne in Fatalismus zu verfallen. Ebenso hilft ein „Bösewicht“ dabei, eine „was wäre wenn / what, if...“ Situation zu erschaffen, die für die nötige Dringlichkeit sorgt: sowohl bei Projektdurchführungen als auch bei Verkaufssituationen.


Mit Storytelling kommt man schneller ans Ziel. Und das meiste davon steckt bereits in uns. Wir müssen es nur nutzen.

Publikationen von Dr. Veit Etzold