Mit multiplen Integrationsstrategien komplexe Inhalte bewältigen


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Erstellt von

  • Knud Kegel Senior Vice President, Business Development
  • 11/02/2013

Vor nicht allzu langer Zeit war eine Website nichts weiter als eine Ansammlung statischer HTML-Seiten. Die hauptsächliche Aufgabe von Web Content Management-Systemen bestand darin, diese Seiten an einem vorgesehenen Aufbewahrungsort abzulegen und statische, uniforme Web-Erlebnisse bereitzustellen.

Den Ansprüchen der damaligen Zeit mag dieser Ansatz genügt haben. Heute bedarf es jedoch einer Generation an WCM-Produkten, die digitale Elemente aller Art verwalten können – unabhängig davon, ob diese im eigenen Web-Repository gespeichert sind oder aus einer externen Quelle stammt.

In Anbetracht der heutigen Vielzahl an Online-Kanälen (z.B. Smartphones und Tablets), werden Inhalte immer häufiger erstellt, ohne zu wissen, auf welches Gerät oder Touchpoint sie am Ende ausgeliefert werden. Um diese Herausforderung zu meistern, müssen WCM-Anbieter und ihre Kunden vom Paradigma des seitenbasierten Web-Publishing Abschied nehmen und stattdessen einen informationsbasierten Ansatz wählen. Fachanwender können so effizienter auf Inhalte zugreifen, diese interpretieren und über jeden beliebigen Kanal und jedes Endgerät bereitstellen.

Unternehmen sollten sich jedoch davor in Acht nehmen, massenhaft Content anzuhäufen. Sie fahren besser damit, relevante Daten im Bedarfsfall aus internen und externen Quellen abzufragen – um sowohl Kunden als auch Fachanwender mit den nötigen Informationen zu versorgen.

In vielen Unternehmen liegen wichtige Inhalte über mehrere spezialisierte Systeme und Speicherorte verteilt, z.B. in Produktkatalogen oder Medien- und Dokumenten-Management-Systemen. Jedes System verfügt über eine separate Bedienoberfläche, was Anwender dazu zwingt, mit einer Vielzahl an UI-Paradigmen zu arbeiten.

Um dieses Dilemma aufzulösen, sollte eine neue WCM-Lösung mit existierenden Systemen kompatibel sein. Hierfür bedarf es mehrerer, ausgereifter Integrationsmechanismen. Zudem müssen WCM-Anbieter über nötige Integrationspraxis verfügen, v.a. in den Bereichen: Content Aggregation, Content Syndication und Polyglot Persistence.

  • Content Aggregation
    Die meisten WCM-Systeme unterstützen ein Integrationsszenario, in dem externe Inhalte zunächst importiert werden müssen, bevor sie nativen Inhalten gleichgestellt sind. So wichtig es für Fachanwender ist, externe Inhalte verwalten und bearbeiten zu können, ein vorheriger Import ist in hohem Maße ineffizient. Geeigneter ist ein Ansatz, der die externen Inhalte nicht importiert, sondern lediglich eine Referenz zur externen Datenquelle – bei Bedarf ergänzt durch zusätzliche Metadaten –  ablegt.

  • Content Syndication
    Content Syndication meint die Bereitstellung eigener Inhalte für externe Dienste und der dortigen Weiterverwendung. Moderne WCM-Systeme müssen heute über Komponenten verfügen, mittels derer sie an jede Art von Syndication Logic externer Web-Präsenzen andocken können. Werden Inhalte auf der eigenen Website aktualisiert, senden diese Komponenten Benachrichtigungen an die jeweiligen Dienste. Eine benutzerdefinierte Syndication Logic reagiert auf diese Ereignisse und aktualisiert bzw. benachrichtigt die Content Repositories auf der Empfängerseite.

  • Polyglot Persistence
    Polyglot Persistance bedeutet einfach ausgedrückt, dass ein WCM-System eine Reihe von spezialisierten Datenspeicher-Technolgien unterstützen muss. Denn je nach Integrationsszenario bedarf es verschiedener Datenbanken. WCM-Anbieter sollten daher über wenigstens zwei verschiedene Repositories für das Speichern von Daten verfügen, um sowohl stabile als auch flüchtige Content Strategien bedienen zu können. Stabile Repositories ­– traditionell auf RDBM Technologie basierend – unterstützen v.a. statische, langlebige Inhalte, die von einer überschaubaren Gruppe an Redakteuren verwaltet werden. Flüchtige Repositories dahingegen (meist auf NoSQL-Basis) sind auf vorübergehende Belastungsspitzen und kurze Content-Lebenszyklen spezialisiert. Sie werden v.a. für Social Media- oder flüchtige Drittanbieterdaten, wie Aktienkurse und Wetterdaten, verwendet.

Unternehmen haben verstanden, dass es einer neuen Generation an WCM-Systemem bedarf, um auf ihre Kunden zugeschnittene Web-Erlebnisse über verschiedene Online-Kanäle hinweg bereitstellen zu können. Um die Vorzüge moderner WCM-Lösungen voll ausschöpfen zu können, sollten Inhalte personalisert, fesselnd und relevant sein. Flexible, leistungsstarke Integrationstools erlauben zudem die plattformübergreifende Nutzung von Informationen.




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Es gibt bisher einen Kommentar zu diesem Artikel.

Kommentar
  • Maria Breitner
    Das ist ein sehr interessanter Artikel, besonders den Teil über Content Syndication fand ich sehr hilfreich.
    12.02.2013 14:20