Ist ihr WCM-Anbieter fit für die Cloud?


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Erstellt von

  • Knud Kegel Senior Vice President, Business Development
  • 11/02/2013

Moderne Web Applikationen sind darauf ausgerichtet, ein globales Publikum zu erreichen. Wenn Millionen von Menschen jedoch weltweit zur selben Zeit auf eine einzelne Web-Präsenz zugreifen, droht diese zu kollabieren. Die Folge sind lange Wartezeiten und Bandbreiten-Probleme. Im schlimmsten Fall versagen Internet-Anwendungen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt und verwandeln eine erfolgsversprechende Online-Strategie in ein mittelschweres Desaster.

Um dies zu vermeiden, verlagern viele Online-Verlage Teile oder gar die Gesamtheit ihrer Web-Infrastruktur in eine virtuelle, skalierbare und gehostete Umgebung. Diese “Cloud”-Lösungen – die mehrere CDNs sowie eine Palette an gehosteter Infrastruktur, Plattformen und Software beinhalten – werden immer häufiger dazu genutzt, das unternehmenseigene Rechenzentrum virtuell zu erweitern.

WCM-Anbieter behaupten oft vollmundig, ihre Software sei bereit für die Cloud. Bei genauerem Hinsehen verbirgt sich hinter dieser Aussage lediglich die Möglichkeit, Teile einer Software in einer Vielzahl von verteilten, gehosteten Rechenzentren zu installieren. Damit erfüllen sie aber nur die Mindestanforderungen einer professionellen Cloud-Lösung. Darüber hinaus gilt es, erhebliche finanzielle, betriebsbedingte und leistungsspezifische Parameter zu berücksichtigen. Gemessen an diesen Kriterien, entpuppen sich die Anwendungen vieler Anbieter als nicht Cloud-fähig.

Cloud-Anbieter verfügen über verschiedene Funktionalitäten, die von einer einfachen Infrastructure-as-a-Service (IaaS), über eine aufwendigere Platform-as-a-Service (PaaS) bis hin zu einer umfassenden Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung reichen. WCM-Systeme, die allein SaaS unterstützen, genügen den Anforderungen professioneller Online-Projekte im Allgemeinen nicht. Genauso steht es um WCM-Lösungen, welche nur auf Infrasturktur-Ebene Cloud-fähig sind. Ein ernstzunehmendes professionelles WCM-System muss daher eine Vielzahl an IaaS- und PaaS-Angeboten unterstützen und sollte möglichst viele Anwendungsszenarien abdecken, z.B. reine Cloud- und Hybrid-Lösungen sowie Peak-Previews.

Unternehmen sind daher gut beraten, die Entscheidung für einen WCM-Anbieter von dessen Cloud-Fähigkeit abhängig zu machen. Die Antworten auf die nachfolgenden 5 Fragen können bei der Suche nach dem optimalen Partner in der Cloud helfen:

  • Auf welcher Basis wurde die Software für hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit entwickelt?
  • Ist die Software für hohe Auslastungen und niedrige Bandbreiten-Verbindungen optimiert?
  • Halten sämtliche Software-Komponenten unerwarteten Ausfallzeiten und einem möglichen Lastenausgleich stand?
  • Ist Ihr Unternehmen auf die betriebsbedingten Auswirkungen des Umstiegs von einer statischen Website auf ein dynamisches bzw. kontextualisiertes Web-Erlebnis vorbereitet?
  • Erlaubt die Software dieselben Anpassungen in der Cloud wie On-Premise?
  • Wie sicher sind die Verbindungen zu bestehenden Backend-Systemen, wenn die Software in der Cloud läuft?
  • Welche Werkzeuge kann ich nutzen, um die Software in der Cloud zu betreiben und zu überwachen?
  • Kann ich einzelne Software-Komponenten über mehrere Cloud-Instanzen und Rechenzentren verteilen?
  • Wie ist das Deployment und die Automatisierung von Abläufen implementiert?
  • Welche Werkzeuge stehen mir zur Verfügung, um die Flexibilität und Elastizität meines Cloud-Deployments zu kontrollieren?

Nur WCM-Anbieter, die diese Fragen umfassend beantworten können, sind in der Lage, professionelle Cloud-Projekte zu realisieren. Für alle anderen sind Projekte dieser Art vorerst eine Nummer zu groß.




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Es gibt bisher einen Kommentar zu diesem Artikel.

Kommentar
  • Simon Bieri
    Vielen Dank erstmal für den Ausführlichen Bericht. Es finden sich leider immer seltener seriöse Beschreibungen :( [...] Wünsche einen guten Tag. Simon
    31.07.2014 14:18